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Düsseldorf: Zu wenig Geld: Tageseltern kritisieren Stadt

Düsseldorf : Zu wenig Geld: Tageseltern kritisieren Stadt

Das neue Entgeltsystem für die Kindertagespflege sorgt bei Tageseltern für Unmut. Arezoo Zeitz, Sprecherin der Düsseldorfer "Interessengemeinschaft Tagesmütter und -väter" mit etwa 120 Betroffenen, kritisiert, dass ab 1. August die Zusatzbeiträge für Tageseltern wegfallen.

"Leider hat die Stadt Düsseldorf nur die Tagespflegepersonen bedacht, die eine Großtagespflegestelle betreiben oder in angemieteten Räumen arbeiten", sagt Zeitz. Tageseltern, die die Kinder bei sich zu Hause betreuen, würden finanziell benachteiligt.

In der vergangenen Woche hatte der Rat der Stadt das neue Entgeltsystem beschlossen und damit auf die Änderung im Kinderbildungsgesetz des Landes reagiert. Ab 1. August können Tageseltern somit keine Zusatzbeiträge mehr mit "ihren" Eltern aushandeln, um zum Beispiel höhere Stundenlöhne zu vereinbaren oder hohe Mieten abzufedern. Eltern zahlen damit ab August für die Kinderbetreuung bei Tageseltern den gleichen Beitrag wie für die in einer Kita. Bislang liegen die Kosten für die Pflege bei Tageseltern in der Regel deutlich über dem, was Kitas veranschlagen.

Die Neuregelung würde die "klassischen" Tageseltern, die Kleinkinder in der eigenen Wohnung betreuen, schlechter stellen, meint Arezoo Zeitz: So würde sie zum Beispiel zukünftig pro Kind und Monat nur 967,50 Euro erhalten, Tageseltern, die in extra angemieteten Räumen arbeiten, aber 1065,20 Euro plus einen monatlichen Mietkostenzuschuss in Höhe von 8,50 Euro pro Quadratmeter. "Unsere Arbeit ist aber nicht weniger Wert als die in der Großtagespflege oder die Tagespflege in angemieteten Räumen", sagt Zeitz.

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Eine Ungleichbehandlung in der Tagespflege sei nicht gewollt, sagt Jugendamtsleiter Johannes Horn. Vielmehr gehe es darum, die Strukturen für die Tagespflege "vernünftig zu regeln" und zu vereinheitlichen und die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Zudem könnten auch Tageseltern für die Betreuung in ihrem Heim einen Mietzuschuss bekommen, sagt Horn. Dafür müssten sie nachweisen, dass sie für die Kinderbetreuung eine größere Wohnung angemietet haben und dies bei der Steuer angeben.

(semi)