1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Start der Videoüberwachung am "Bolker Stern": Zoom auf Diebe und Randalierer

Start der Videoüberwachung am "Bolker Stern" : Zoom auf Diebe und Randalierer

Düsseldorf (dto). In Großbritannien gibt es sie schon lange, in Bielefeld und Mönchengladbach ist die Kriminalität seit ihrem Einsatz spürbar gesunken. Seit Mittwoch werden auch in Düsseldorf Kriminalitätsschwerpunkte durch Videokameras überwacht. Insgesamt vier Kameras hat NRW-Innenminister Fritz Behrens am Vormittag am "Bolker Stern" angeschaltet.

Randalierer, Schläger und Diebe sollen durch die Videoüberwachung abgeschreckt werden, Bürger sich sicherer fühlen, erklärte der Innenminister zum Start der Aktion. "Falschfahrende Radler haben wir nicht im Visier", betonte Harald Wilke, Chef der Wache an der Heinrich-Heine-Allee. Am Tor zur Altstadt hatte es in der Vergangenheit immer wieder Schlägereien und kriminelle Übergriffe gegeben. Im Gegensatz zur übrigen Altstadt stieg die Kriminalität trotz verstärkter Polizeipräsenz in den vergangenen Jahren an, von 846 Taten im Jahr 2002 auf 1.036 im Jahr 2004.

Jetzt kann die Polizeiwache an der Heinrich-Heine-Allee das gesamte Geschehen auf dem Platz rund um die Uhr über vier Monitore beobachten. Auf einem Extra-Bildschirm können die Beamten verdächtige Szenen heranzoomen. Die Kameras überblicken einen Teil der Bolker Straße, Hunsrückenstraße, Neustraße und Heinrich-Heine-Allee. Passanten werden, wie vom Polizeigesetz gefordert, durch entsprechende Schilder auf die Videoüberwachung hingewiesen. Aufgenommene Daten werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht, wenn sie der Strafverfolgung dienen, können sie länger gespeichert werden.

100.000 Euro hat die technische Ausrüstung gekostet, finanziert vom Land NRW. Weitere 25.000 Euro fielen für den Umbau der Wache an der Heinrich-Heine-Allee an. "Zusätzliches Personal haben wir für die Videoüberwachung nicht eingestellt", erklärte Polizeipräsident Michael Dybowski. Zwei Beamte sind in zwei Schichten 16 Stunden pro Tag als Beobachter im Einsatz. Die Kernbeobachtungszeit erstreckt sich von 15 bis 6 Uhr, aufgezeichnet wird Nonstop. Private Bereiche wie Fensterfassaden von Wohnhäusern werden durch weiße Flächen unkenntlich gemacht, auch ein Heranzoomen an Geldautomaten und damit die Identifizierung von Pin-Nummern ist nicht möglich.

In den vergangenen Tagen sind die Anwohner des "Bolker Sterns" in Gesprächen und mit Flugblättern über die Videoüberwachung informiert worden. Bedenkenträger waren offenbar in der Minderzahl, "wir hatten viele positive Reaktionen", resümierte Harald Wilke, Chef der Wache. Die Kameras sollen nun für ein Jahr laufen, bei positiver Bilanz ist eine Verlängerung der Überwachung möglich, andere Kriminalitätsschwerpunkte könnten folgen. "Die Kö zählt allerdingsn icht zu diesen Orten", erklärte der Innenminister in Anspielung auf den spektakulären Raubüberfall vom Wochenende.

OB Joachim Erwin sieht das - wen mag das überraschen - anders. Nicht nur auf der Kö, sondern auch an Worringer Platz, Kamper Acker, Konrad-Adenauer-Platz und der Andreasstraße müssten Kameras installiert werden, ließ er verlauten. Die Videoüberwachung sei außerdem zu spät erfolgt, sei reines Wahlkampfmanöver, behauptete er.

Für Fragen steht bis Freitag ein Bürgertelefon unter der Tel. 0211-870555 bereit.