Düsseldorf: Zivilprozess geht wohl ohne Helge Achenbach weiter

Düsseldorf : Zivilprozess geht wohl ohne Helge Achenbach weiter

Die Frau des Kunstberaters klagt gegen Albrecht-Erben.

Im Rechtsstreit zwischen Dorothee Achenbach und den Erben des verstorbenen Berthold Albrecht um gepfändete Kunstwerke wird das Landgericht Düsseldorf am Dienstag wohl auf den Zeugen Helge Achenbach verzichten müssen. Der ist zwar geladen, aber es gibt logistische Probleme. Denn am Montag wird in Essen das Urteil im Betrugsprozess gegen den seit Juni inhaftierten Kunstberater gesprochen.

Sollte er dann freikommen, würde er tags darauf im Zeugenstand in Düsseldorf erscheinen können. Doch im - von Prozessbeobachtern für wahrscheinlicher gehaltenen - Fall einer Verurteilung zu einer Haftstrafe ist die Justizvollzugsanstalt Essen für die Terminwahrnehmung Achenbachs zuständig. Der müsste dann von Essen in die JVA Düsseldorf "verschubt" werden, und das kann so kurzfristig nicht organisiert werden.

Achenbach steht im Verdacht, den verstorbenen Aldi-Erben beim Kunst- und Oldtimerkauf betrogen zu haben. In einem anderen Zivilverfahren ist er deshalb bereits zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von mehr als 19 Millionen Euro verurteilt worden. Um die Forderung abzusichern, hatten die Albrecht-Anwälte Wertsachen aus Achenbachs Privatbesitz bereits im Sommer pfänden lassen.

Darunter sollen sich aber auch mehrere Werke befinden, die nicht dem Kunstberater, sondern dessen Frau gehören. Mehrere Zeugen sollen am Dienstag dazu vor dem Zivilgericht aussagen, darunter auch Christine Uecker, deren Mann Günther eines dieser Werke erschaffen hat.

Sollte Helge Achenbach nicht zum Termin erscheinen können, werde die Beweisaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt, sagte eine Sprecherin des Landegerichts Düsseldorf.

Heute werden im Strafprozess in Essen die Verteidiger plädieren. Auch Achenbach und sein mitangeklagter früherer Geschäftspartner Horsthemke werden noch einmal Gelegenheit bekommen, sich zu der Anklage zu äußern. Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche für Achenbach eine siebenjährige Freiheitsstrafe beantragt, für Horsthemke auf zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis plädiert.

Gegen das Schadenersatzurteil in Düsseldorf hat Achenbach Berufung eingelegt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Helge Achenbach: Bilder vom Prozessauftakt

(RP)
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