Düsseldorfer Kunstsammler: Zivilklage am 11. November - Achenbach droht der Ruin

Düsseldorfer Kunstsammler : Zivilklage am 11. November - Achenbach droht der Ruin

Termin für Zivilklage gegen Achenbach Am 11. November berät das Landgericht Düsseldorf über die 19-Millionen-Euro-Klage von Familie Albrecht gegen den Kunsthändler Helge Achenbach. Als Ergebnis könnten die Albrechts Mitinhaber der "Rheingold"-Sammlung werden.

Für den wegen Betrugsverdacht inhaftierten Kunstvermittler Helge Achenbach kommt es nun ganz dicke: Schon am 11. November will das Landgericht Düsseldorf darüber verhandeln, ob eine 19-Millionen-Euro hohe Schadenersatzklage der Essener Handelsfamilie Albrecht ("Aldi") gegen ihn berechtigt ist. Als Ergebnis könnte der frühere Rolls-Royce-Fahrer Achenbach endgültig ruiniert sein.

Und als weiteres Ergebnis könnten die Albrechts Mitinhaber der bekannten Kunstsammlung "Rheingold" werden. In ihr hat Achenbach mit den zwei Unternehmerfamilien Droege und Viehof mehr als 1000 Kunstwerke zusammengetragen.

Formale Kläger sind die fünf Kinder von Berthold Albrecht, dem 2012 im Alter von 58 Jahren verstorbenen Erben von Aldi-Mitgründer Theo Albrecht. Die Klage ausgearbeitet hat Andreas Urban von der renommierten Kanzlei Heuking Kühn Löer und Wojtek, wobei Mutter Babette Albrecht die Klage ihrer volljährigen Kinder stark stützt.

Darin führt die Familie aus, wie Achenbach Rechnungen für erworbene Kunstwerke und Oldtimer zum Nachteil von Albrecht manipuliert habe. Um mehr als die vereinbarten Provisionen von fünf Prozent bei Kunstwerken oder drei Prozent bei Oldtimer-Autos zu verdienen, habe Achenbach die Rechnungen manipuliert. Als Ergebnis, so die Klage, zahlten die Aldis doppelt: Wie vereinbart floss die Provision in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro. Und für die Kunstwerke und Autos im Wert von 120 Millionen Euro kassierte Achenbach laut Klage 19 360 760,79 Euro zuviel.

Eine spannende Frage ist, ob das Landgericht den Schadenersatz festlegt, bevor Achenbach sich strafrechtlich wegen Betruges verantworten muss. Immerhin scheint Familie Albrecht auf den Cent genau nachweisen zu können, welche Rechnung wie manipuliert wurde. Er selbst behauptet, er habe die Beträge im Einvernehmen mit Berthold Albrecht geändert. Außerdem hat die Albrecht-Familie durchgesetzt, dass auf alle Vermögensgegenstände von Achenbach Sicherheitstitel hinterlegt wurden - sie wurden gepfändet.

Damit kommt das weitere Schicksal der Kunstsammlung "Rheingold" ins Spiel. Von Achenbach gehaltene Kunstwerke als Teil von "Rheingold" könnten im Wert von einigen Millionen Euro der entscheidende Teil seines Privateigentums sein. Falls das Gericht also Familie Albrecht den Zugriff auf Achenbachs Vermögen sichert,wären sie wohl Mitinhaber der Sammlung "Rheingold".

Werden sie es auch bleiben? Kenner der Verhältnisse berichten, dass Familie Albrecht und Familie Viehof sich schätzen - man könnte sich also einigen.

Auf einige Werke von Achenbach haben die Viehofs angeblich sowieso bereits Zugriff. In einem Interview der FAZ hat Eugen Viehof gesagt, was ihm wichtig ist: "Wir werden alles daransetzen, die Sammlung zusammenzuhalten." Zwei Optionen sind denkbar: Die Viehofs oder Droeges kaufen den Albrechts die Achenbach-Bilder ab. Oder die Albrechts werden auf Dauer Partner bei "Rheingold."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunstberater und Ex-Fortuna-Präsident: Das ist Helge Achenbach