Drachenboote on Ice: „Ziehen, ziehen, nichts als ziehen“

Drachenboote on Ice: „Ziehen, ziehen, nichts als ziehen“

Die zweite Weltmeisterschaft im Drachenboot on Ice war ein Erfolg. 30 Teams – zehn mehr als im vergangenen Jahr – traten gegeneinander an. Dabei ging es den Wenigsten um den Sieg. Im Vordergrund stand die Zusammenarbeit der zehn Mann starken Teams.

Die zweite Weltmeisterschaft im Drachenboot on Ice war ein Erfolg. 30 Teams — zehn mehr als im vergangenen Jahr — traten gegeneinander an. Dabei ging es den Wenigsten um den Sieg. Im Vordergrund stand die Zusammenarbeit der zehn Mann starken Teams.

Ohne Teamgeist geht gar nichts. Wer das nicht von Anfang an wusste, merkte es spätestens nach dem ersten Rennen. Zehn Mann zogen mit vereinten Kräften an zwei Seilen, um sich und ihr Drachenboot auf Kufen hundert Meter weit übers Eis zu ziehen und sich gegen ihre Konkurrenten durchzusetzen.

Bei der zweiten Weltmeisterschaft im Drachenboot on Ice traten am Samstag 30 Teams gegeneinander an — etwa zehn mehr als im vergangenen Jahr, als die Weltmeisterschaft zum ersten Mal ausgetragen wurde. Die Regatta im ISS Dome ist laut Veranstalter so beliebt geworden dass man die Teilnehmerzahl auf 30 Mannschaften begrenzen musste.

"In erster Linie ist die Weltmeisterschaft für Unternehmen und Firmen gedacht", sagt Jan Fahlbusch von AEM Solution, dem Veranstalter von Drachenboot on Ice. "Mitarbeiter und Kunden können dann gemeinsam gegen andere Firmen antreten und sich messen. Ziel ist es, den Teamgeist und den Zusammenhalt innerhalb des Unternehmens zu stärken." Eine Mannschaft besteht aus zehn Teilnehmern und fünf oder mehr Ersatzleuten. In zwei Reihen sitzen sie hintereinander im Drachenboot und ziehen das 230 Kilogramm schwere Gefährt an zwei links und rechts vom Boot befestigten Seilen übers Eis.

  • Drachenbootegatta im ISS Dome : Aufs Glatteis geführt
  • Regatta im ISS Dome : Drachenboote auf Eis

Zum ersten Mal dabei war Sebastian Hake. Der 24-jährige Selbstständige trat mit allen Mitarbeitern seiner Firma und einigen Kunden an. Trainiert hat das Team der Firma Hake Tronik, die sich auf moderne Elektronik für Autos spezialisiert, in der eigenen Werkstatt. "Wir haben auf Holzbalken mit Rollerskate-Rollen geübt", sagt Sebastian Hake. "Das war aber mehr zum Spaß." Um den Titel ging es für das Hake-Team dann am Samstag. 31,5 Sekunden brauchten die zehn, um sich an den zwei Seilen von einem Ende der Eisfläche zum anderen und wieder zurück zu ziehen.

Ums Gewinnen ging es Sebastian Hake und seinen neun Teamkollegen aber nicht. "Die Mannschaft sitzt in einem Boot und zieht an einem Strang", fasst der Düsseldorfer den Drachenboot-Wettkampf zusammen. "Ich merke schon jetzt, dass unser Team näher zusammengerückt ist", sagt Hake erst kurz nachdem seine Mannschaft angetreten war. Das lag vielleicht auch daran, dass sich die Hake-Tronik-Leute leuchtend gelbe T-Shirts mit ihrem Motto hat bedrucken lassen: "Ziehen, ziehen, nichts als ziehen!" hatte die Mannschaft groß und deutlich auf dem Rücken stehen. "Es geht hier nicht um den Sieg, sondern ums Menschliche", sagt Hake.

Das Konzept des Veranstalters ist also aufgegangen. Wer gewinnen will, sagt Jan Fahlbusch, soll sich übrigens nicht auf seine Kraft verlassen. "Die beste Technik ist, Teamgeist zu haben", sagt er. "Es ziehen ja im wahrsten Sinne des Wortes alle an einem Strang." Und noch etwas verrät Fahlbusch: Die besseren Drachenbootfahrer seien Frauen. Denn die setzten beim Wettkampf nicht auf Kraft, sondern achteten auf den Takt, in dem sie sich gemeinsam übers Eis ziehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wenn alle an einem Strang ziehen

(RP)