Brand in Unterbach: Zerstörte ein Feuerwehrmann ihr Zuhause?

Brand in Unterbach : Zerstörte ein Feuerwehrmann ihr Zuhause?

Seit Juli lebt eine 29-Jährige wieder bei ihren Eltern. Ihre Wohnung wurde bei einem Brand beschädigt. Unter Tatverdacht: ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr.

Anke Zöller kennt den Mann nicht, der im Verdacht steht, ihr das Zuhause genommen zu haben. Sie ahnt, dass sie ihn zumindest einmal gesehen hat: In der Nacht zum 10. Juli nämlich, als sie vor dem Haus "Am Pfaffengrund10" einem Feuerwehrmann ihre Schlüssel gab. "Er sagte, sie müssten ins Treppenhaus - ich habe mir nichts dabei gedacht", erinnert sich die Jung-Unternehmerin, die sich vor einem Jahr mit einer Zoohandlung in Ratingen selbstständig gemacht hat.

Fünf Jahre lang lebte die gelernte Tierarzthelferin mit Hündin Lotte in der 35-Quadratmeter-Wohnung im ersten Stock des Appartementhauses. In jener warmen Julinacht schlief Anke längst, als es gegen 1.30 Uhr klingelte. Hündin Lotte bellte aufgeregt, und da hörte sie auch schon die Megafon-Stimme: "Die Bewohner des Hauses Pfaffengrund 10 müssen ihre Wohnungen verlassen. Das Haus brennt."

Die 29-Jährige blieb gelassen. Sie zog sich an, nahm Lotte an die Leine und ging durchs bereits völlig verqualmte Treppenhaus ins Freie. Kaum war die Haustür hinter ihr zugefallen, bat der Feuerwehrmann sie um die Schlüssel. Nachbarn wurden mit so genannten Fluchthauben nach draußen gebracht. Minuten später quoll aus Ankes Fenstern schwarzer Rauch.

Ein Feuerwehrmann habe ihr später mit leichtem Vorwurf in der Stimme gesagt, dass ihre Abstellkammer gebrannt habe. "Ich konnte mir das gar nicht erklären." Vor allem, weil in der Zwischenzeit ein anderer Feuerwehrmann von einer brennenden Waschmaschine im Keller berichtet hatte. Die Kripo ermittelte später, dass im Keller und in Ankes Wohnung Feuer mit Hilfe eines Brandbeschleunigers gelegt worden war.

Als Anke später in ihrer Wohnung stand, war nichts mehr wie vorher: Was nicht verbrannt war, war mit einer schmierigen Rußschicht überzogen - oder vom Löschwasser durchnässt. Die Hitze hatte den Putz von Decke und Wänden platzen lassen. Ihre Fotos verschmolzen an den Wänden mit den Bilderrahmen. Erinnerungen, die sich nicht ersetzen lassen. "Als ich die angesehen hab, hatte ich schon einen Kloß im Hals", erinnert sich die junge Frau.

Doch der Schock, die Tränen und der Zorn kamen erst später. "Die Telekom wollte meinen Telefonanschluss nicht kündigen, die glaubten einfach nicht, dass es gebrannt hatte." Für die Versicherung brauchte sie Listen von allem, was sie verloren hat. "Dabei kann ich das noch gar nicht genau sagen." Was von einer Brandsanierungsfirma aufbereitet werden konnte, lagert im Moment in 20 Umzugskartons bei einer Freundin. Es ist alles, was sie noch besitzt. Kein Möbelstück blieb heil, vom Hausrat sind nur Herd und Kühlschrank noch funktionstüchtig.

Anke kam bei ihren Eltern unter. "Das ist nicht ganz einfach, wenn man erwachsen ist und ans Alleinleben gewohnt ist." Die Unterbacher Wohnung hat sie gekündigt. Sie will nie mehr zurück. "Erst war ein Fremder drin, der die Wohnung angezündet hat. Dann die Feuerwehrleute und später die Polizei - es ist nicht mehr mein Zuhause."

Später erfuhr sie, dass die Feuerwehr einer Nachbarin die Tür eingetreten hatte, um zu kontrollieren, ob noch jemand in der Wohnung war. "Wieso wollte der Typ dann meinen Schlüssel?" Und sie hörte von einem anderen Nachbarn, dass der den gesamten Einsatz verschlafen hatte. Bei ihm hat niemand nachgesehen. "Wäre ich auch in meiner Wohnung geblieben, wäre das alles nicht passiert." Jetzt will sie nur eins: Wissen, warum der Brandstifter ihr das angetan hat.

Später erfuhr sie, dass die Feuerwehr einer Nachbarin die Tür eingetreten hatte, um zu kontrollieren, ob noch jemand in der Wohnung war. "Wieso wollte der Typ dann meinen Schlüssel?" Und sie hörte von einem anderen Nachbarn, dass der den gesamten Einsatz verschlafen hatte. Bei ihm hat niemand nachgesehen. "Wäre ich auch in meiner Wohnung geblieben, wäre das alles nicht passiert." Jetzt will sie nur eins: Wissen, warum der Brandstifter ihr das angetan hat.

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