Kasematten: Zelt stört Sicht auf den Rhein

Kasematten : Zelt stört Sicht auf den Rhein

Ein Gastronom hat in den Kasematten einen überdimensionalen Winter-Pavillon errichtet. Die Verantwortlichen im Rathaus rätseln, wer das genehmigt hat. Nach RP-Informationen gibt es keine Baugenehmigung.

Ruhig war es in den vergangenen Jahren um die Gastronomie an den Kasematten geworden. Damit scheint es vorbei zu sein. Frank Engel, Wirt der Fischkneipe "Gosch", hat für die kalte Jahreszeit ein Zelt errichtet, das die Höhe der Mauer zum Unteren Rheinwerft deutlich überragt. Dadurch ist Spaziergängern an der darüberliegenden Rheinuferpromenade der Blick auf den Rhein und die Jugendstilhäuser im gegenüberliegenden Oberkassel plötzlich versperrt.

Der ist nach der Errichtung des Baumarkt-Zauns im Sommer zwischen Rheinknie- und Oberkasseler Brücke ohnehin schon eingeschränkt. Die offizielle Stellungnahme aus dem Rathaus: "Wir prüfen das", sagte Sprecher Volker Paulat auf RP-Anfrage.

Es seien mehrere Ämter an solchen Genehmigungen beteiligt, deshalb könne nicht schnell beantwortet werden, ob für das Zelt eine Baugenehmigung beantragt worden ist. Nach RP-Recherchen durfte "Gosch"-Betreiber Frank Engel das Gastro-Zelt nicht über die Mauer hinaus bauen.

"Es gab totale Aufregung bei uns, wer das genehmigt hat", sagt ein Rathaus-Mitarbeiter. Aber weder das Amt für Verkehrsmanagement noch Bau- und Ordnungsamt haben dafür die Zusage gegeben. "Das wird in den nächsten Tagen bei einem Ortstermin richtig Ärger geben."

Verärgert sind Spaziergänger an der Rheinuferpromenade schon jetzt: Rosemarie Sauermann (70) sagte: "Das Dach sollte niedriger sein, schließlich haben auch die anderen Gastronomiebetriebe keinen solchen Aufbau." Sie findet das Zeltdach schlichtweg unschön.

Anke Mahneke (24) hat mit einer Freundin auf der Bank Platz genommen, die gleich hinter dem Zelt aufgestellt ist. "Mein erster Gedanke war: Das Zelt stört mich, können wir uns nicht auf eine andere Bank setzen?", sagte die 24-Jährige.

Gelassen sieht dagegen Nico Jahn (33) den überdimensionierten Aufbau. An den Kasematten sei ja schon zuvor alles total voll und unübersichtlich gewesen. Wolfgang Kuhlmann (53) hat sich auch über den Pavillon und die fehlende Aussicht gewundert.

Als viel störender empfindet er aber die Markisenanlage, die oberhalb der Außenterrassen angebracht ist. Frank Engel hatte im Frühjahr einen seiner beiden "Gosch"-Ableger geschlossen — an der Bolkerstraße.

Eigenen Angaben zufolge, weil die Stadt ihm Schwierigkeiten wegen der Größe seiner Außenwerbung gemacht hatte. Diskussionen um die Kasematten gibt es immer wieder: Dabei geht es um einheitliche Möbel und Gestaltung. Vor fünf Jahren haben die Wirte mit Hilfe der Politik erkämpft, dass sie auch im Winter ihre Außengastronomie öffnen dürfen.

(RP)
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