„Knackpunkt“ an der Charlottenstraße: Zehn Jahre Unterkunft für junge Frauen in Not

„Knackpunkt“ an der Charlottenstraße : Zehn Jahre Unterkunft für junge Frauen in Not

Vor zehn Jahren öffnete die Notschlafstelle "Knackpunkt" ihre Räume an der Charlottenstraße. Für hunderte junger Frauen und Mädchen, die meisten von ihnen drogenkrank, die ihr Geld mit Prostitution verdienen, war der "Knackpunkt" in dieser Zeit ein Ruheraum und Anlaustelle, um wenigstens für kurze Zeit dem Leben auf dem Strich zu entkommen.

Heinz-Werner Schnittker, Geschäftsführer des Trägervereins Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM), sagte gestern, das zehnjährige Bestehen sei für ihn keinesfalls ein Anlass zum Jubeln. "Nach wie vor treffen wir hier auf junge Frauen in einer körperlich und geistig desolaten Verfassung."

Weiterführende Angebote zur Drogentherapie und Kriminalprävention seien wichtig, vor allem aber müsse der "Knackpunkt" seine Funktion als Ruheraum in der Szene bewahren, dessen Tür ohne Gegenleistung offen steht. "Viele Klientinnen lehnen den Kontakt sonst ganz ab und sind anschließend wieder allein mit ihrem Elend."

Der Geschäftsführer betonte außerdem, dass die Betreuung nach wie vor nur durch private Spenden gewährleistet sei. Der städtische Anteil am Budget liegt derzeit bei etwa 60 Prozent. Die fünf regulären und drei zusätzlichen Schlafplätze sind nahezu jede Nacht belegt.

Teufelskreis durchbrechen

Lobend erwähnte Schnittker hingegen das Zusammenleben mit Anwohnern und Geschäftsleuten in der Nachbarschaft, mit denen es seit Jahren einen offenen Dialog gebe. Darin war er sich mit Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt einig, die in ihrer Rede allen Mitarbeitern des "Knackpunkt" ihren Dank aussprach. "Auch für die Zukunft hoffen wir, dass ihr hervorragendes und unermüdliches Engagement hilft, den Teufelskreis von Drogen, Prostitution und Elend zu durchbrechen."

(RP)