Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller: Zamek: Tarifstreit schwelt weiter

Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller : Zamek: Tarifstreit schwelt weiter

Der Konflikt beim Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller Zamek dauert nun schon geraume Zeit, und zwischendurch kocht er mächtig hoch. Die Tarifauseinandersetzung bei dem Familienunternehmen mit Sitz im Düsseldorfer Süden scheint weit entfernt von einer Lösung, die Fronten zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmern sind offensichtlich verhärtet.

Zwischenzeitlich hatte das Unternehmen sogar angekündigt, notfalls Arbeitsplätze aus Düsseldorf an den Leipziger Standort zu verlegen, um die Produktion zu sichern.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein Haustarifvertrag, den die Geschäftsführer Petra Zamek und Michael Krüger einführen wollen. Zuvor war das Unternehmen aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Der geplante Haustarifvertrag sieht mehr Flexibilität und unter anderem eine Koppelung des Weihnachtsgeldes an den Unternehmenserfolg vor. Angeboten wurde zudem eine Lohnerhöhung um 1,8 Prozent, außerdem bietet Zamek eine Beschäftigungsgarantie für ältere Arbeitnehmer.

Die zuständige Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) betrachtet die Angebote als komplett unzureichend und fordert unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitnehmervertreter sagen, schon jetzt verdienten die Zamek-Beschäftigten deutlich weniger als Mitarbeiter anderer Unternehmen der Branche. "Diese Forderung kam für uns vollkommen überraschend", sagte damals Zamek-Geschäftsführer Michael Krüger. "Wir haben den Eindruck, dass die NGG eher Gewerkschaftsinteressen als die Interessen der Mitarbeiter vertritt."

Schon im Frühjahr hatte es die ersten Warnstreiks und Demonstrationen vor der Zentrale an der Kappeler Straße gegeben. Im Juni stand erstmals für 24 Stunden die Produktion still. Seit dem 21. Juni läuft nach Angaben der NGG ein unbefristeter Streik. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung warf die NGG dem Unternehmen vor, die Wortführer des Streiks mittels Kündigungen loswerden zu wollen. Die Arbeitgeberseite betonte dagegen, das Streikrecht zu respektieren - bei angedachten Kündigungen ging es Geschäftsführer Krüger zufolge um "wiederholte Beleidigungen und Verleumdungen der Geschäftsleitung, des Personalleiters und des Unternehmens Zamek".

Zuletzt informierte die Gewerkschaft am Wochenende die Passanten am Benrather Marktplatz über den Tarifstreit. Auf Flugblättern mit der Überschrift "Was ist eigentlich bei Zamek los?" warf die NGG dem Unternehmen vor, eine "unverhältnismäßig hohe Verzinsung" einer im Mai herausgegebenen Anleihe koste Zamek jährlich 2,3 Millionen Euro. Die Anleihezinsen, so die Gewerkschaft, sollten nun auf Kosten der Belegschaft erwirtschaftet werden. Ein Vorwurf, zu dem sich das Unternehmen nicht äußert. Denn eigentlich hatten beide Seiten nach Angaben von Krüger Stillschweigen vereinbart, um in Ruhe nachzudenken und sich endlich einer Lösung anzunähern. Krüger. "Wir wollen uns daran halten."

(ila)