Zahl der Insolvenzen in Düsseldorf gesunken

Wirtschaft : Zahl der Insolvenzen in Düsseldorf gesunken

Während im Bundesdurchschnitt die Zahl der Pleiten nur geringfügig gesunken ist, gibt es in Düsseldorf ein Achtel weniger Insolvenzen. Die Stadt boomt.

Wie haben sich die Insolvenzen im Düsseldorfer Stadtgebiet entwickelt? Über alles betrachtet gab es im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 500 Insolvenzen in der Landeshauptstadt, das sind Minus 12,3 Prozent. Im ersten Halbjahr des Vorjahres lag der Wert noch bei 570 Pleiten, wie die Auskunftei Creditreform im Düsseldorfer Industrie-Club mitteilte.

Wie teilen sich die Insolvenzen auf? Der weitaus kleinere Teil der Pleiten bezieht sich auf Düsseldorfer Unternehmen. 130 Firmen mussten in den ersten sechs Monaten laut Creditreform zum Amtsgericht gehen, um Insolvenz zu beantragen. Betrachtet man ausschließlich die Firmenpleiten, so liegt der Rückgang nur bei 7,1 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017. Entsprechend deutlicher sank die Zahl der Privatinsolvenzen. Waren es im Vorjahr noch 430 Düsseldorfer, die Insolvenz in der ersten Jahreshälfte anmeldeten, so waren es von Januar bis Juni 2018 nur noch 370, ein Rückgang von rund 14 Prozent.

Wie ist die Entwicklung in der Stadt im Vergleich mit der Region und dem Bundesland? Die gute Konjunktur scheint sich in Düsseldorf stärker auszuwirken als in seiner Nachbarschaft. Trotz ähnlich brummender Wirtschaft sank die Zahl der Insolvenzen im Regierungsbezirk Düsseldorf im selben Zeitraum nur geringfügig um 1,4 Prozent auf 3400. Betrachtet man nur die Firmenpleiten, kann man im Regierungsbezirk sogar einen Anstieg von 5,6 Prozent verzeichnen. Laut Creditreform gab es also 950 Firmenpleiten im ersten Halbjahr, 50 mehr als zuvor. Auch auf der Ebene des Bundeslandes beobachteten die Statistiker nur eine Stagnation. Es gab 13.610 Insolvenzen (3,6 Prozent weniger als 2017). Die Zahl der Firmenpleiten sank sogar nur um ein Prozent auf 2960 Unternehmen.

Wie steht die Region im Bundesvergleich da? Mit 89 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen zählt Nordrhein-Westfalen zu den Spitzenreitern der bundesweiten Pleitenstatistik. So lag der Anteil der Pleiten mit 98 Fällen je 10 000 Unternehmen im bundesweiten Vergleich seit Jahresbeginn nur noch in Bremen höher. Positiver Spitzenreiter der Statistik ist Baden-Württemberg.

Was sind die Gründe für das schlechte Abschneiden? Die Wirtschaftsauskunftei machte vor allem strukturelle Probleme bei der Wirtschaft des Landes für die Entwicklung verantwortlich. „Wenn die Region schwach ist, sind auch die Unternehmen schwach“, sagte ein Sprecher. Dies gelte auch für Unternehmen im Umfeld der Krisenbranchen. Während der Umbau in einigen Regionen Westdeutschlands langsam vorangehe, seien die Insolvenzzahlen in einigen Regionen Ostdeutschlands, wie etwa in Brandenburg oder Thüringen, deutlich geringer.

Wie sind die Zahlen im Bund? Im bundesweiten Durchschnitt fiel das Minus mit 3,3 Prozent deutlich kräftiger aus.