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Wirtschaftsstandort Düsseldorf: Zahl der Gewerbeanmeldungen sinkt

Wirtschaftsstandort Düsseldorf : Zahl der Gewerbeanmeldungen sinkt

Von Januar bis Juni wurden in Düsseldorf genau 4000 Gewerbe angemeldet. Wie das statistische Landesamt NRW mitteilt, waren das 6,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig stieg die Zahl der Gewerbeabmeldungen um 6,7 Prozent auf 4412.

Ist das das Zeichen einer drohenden Krise oder gar einer Verschlechterung des Standortes? Leider ist das so einfach nicht zu beantworten. Die Gründe sind vielfältig und teilweise widersprüchlich.Teilweise geht die Zahl der Unternehmer zurück, gerade weil es Düsseldorf so gut geht. Wir wollen einige Ursachen betrachten:

Konzerne schwächeln Viele kleinere Unternehmen leben direkt oder indirekt von ihren großen Nachbarunternehmen, man denke an Imbissbuden oder Cafés, die von den Beschäftigten großer Firmen leben, die in der Mittagspause außer haus gehen. Schwächelt also ein Großkonzern, dann wird es auch weniger attraktiv, in dessen Fahrwasser ein eigenes Gewerbe zu gründen. Und die Zahl der Düsseldorfer Konzerne, die schon bessere Zeiten erlebt haben, steigt. So ist die WestLB inzwischen Geschichte, ihre Reste heißen Portigon. Die IKB etwa leidet immer noch unter den Folgen US-Immobilienkrise und musste vor einigen Monaten weiteren Stellenabbau verkünden. Der Stromversorger Eon leidet unter den Folgen der Energiewende. Die Metro ist wegen schlechter Zahlen sogar aus dem Dax geflogen. ThyssenKrupp, einst mit vielen Werken in Düsseldorf, hat die Stadt weitgehend verlassen - die einstige Zentrale Dreischeibenhaus steht zurzeit leer.

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Arbeitsmarkt Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen in der Landeshauptstadt zuletzt leicht gestiegen war, ist Düsseldorf noch sehr nah an dem, was Volkswirte unter Vollbeschäftigung verstehen. Selten in der Geschichte hatten so viele Menschen einen Job wie im Spätsommer 2012. Die Folge: Es ist weniger attraktiv, ein eigenes Unternehmen zu gründen. In Krisenzeiten sieht das ganz anders aus. Viele Menschen, die ihren Job in den Krisenjahren 2008 und 2009 verloren, machten sich selbstständig. Darunter verbargen sich Viele, die die Selbstständigkeit bloß aus Mangel an Alternativen anstrebten. Arbeitsmarktexperten sprechen von Notgründungen.

Gewerbemieten Ein weiter Grund für die Zahl der rückläufigen Gewerbezahlen ist die Höhe der Mieten für gewerbliche Immobilien in Düsseldorf. Die Debatte um teuere Wohnungen erhitzt die Gemüter der Düsseldorfer, aber die Mieten für Geschäfte oder Handwerksimmobilien steigen ebenfalls, wenn auch nicht so extrem. Daher ist es für Existenzgründer deutlich teurer, in Düsseldorf zu starten, als etwa in anderen Städten.

Nachbarstädte Ein Blick über die Stadtgrenze wiederum zeigt, dass Düsseldorf den Rückgang der Gewerbeanmeldungen weniger spürt als andere Großstädte. In Essen sank die Zahl der Neu-Gewerbe sogar um 19 Prozent, in Köln liegt das Minus bei 14 Prozent, in Mülheim bei fast 15 Prozent. Alle Zahlen finden sie unter www.it.nrw.de