Düsseldorf: Zahl der Flüchtlinge verdoppelt sich bis Ende 2015

Düsseldorf: Zahl der Flüchtlinge verdoppelt sich bis Ende 2015

Nach Düsseldorf kommen deutlich mehr Flüchtlinge, als die Stadt bislang erwartet hatte. Derzeit sind es insgesamt 1800 und damit 300 mehr als noch vor wenigen Wochen. Weil die Zahl der Neuankünfte pro Monat kontinuierlich steigt, hat die Stadtverwaltung ihre Prognose für das kommende Jahr erhöht. Sie geht nun von 3600 Flüchtlingen zum Ende 2015 aus - also doppelt so viele, wie sich derzeit in der Stadt befinden.

Bislang hatte man mit einer deutlich geringeren Zahl gerechnet. Bei den Flüchtlingen handelt es sich nicht nur um Asylbewerber, sondern auch um anerkannte Kriegsflüchtlinge vor allem aus Syrien.

Durch ihre steigende Zahl erhöht sich der Druck auf die Stadt, zusätzliche Unterbringungsplätze bereitzustellen. Baudezernent Gregor Bonin sagte OB Thomas Geisel zu, bis Jahresende 350 Plätze zu schaffen. Weil vorhandene Immobilien nicht ausreichen, will die Stadt bauen. Zunächst soll ein Flüchtlingsheim nach Systembauweise in Benrath entstehen. Weitere Standorte werden geprüft. Zusätzlich wurde auch eine Schule in Unterrath vorübergehend zur Flüchtlingsunterkunft umgewidmet. Wegen des Platzmangels hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die in Hotels untergebracht werden müssen, auf den Rekordstand von 700 erhöht - das Ziel von OB Geisel, diese Form der Unterbringung zu beenden, rückt damit zunächst in weite Ferne.

Stadt, Kirchen, Sozialverbände, Flüchtlingsinitiativen und Sportvereine verstärken unterdessen ihre Bemühungen um eine Integration der Neu-Düsseldorfer. Beim zweiten Treffen des "Runden Tischs" zur Flüchtlingspolitik ging es um Fragen wie Sprachförderung, Freizeitangebote für Kinder und Erziehungshilfen für Familien. Sozialdezernent Burkhard Hintzsche sieht es als Ziel, die vorhandenen Einrichtungen für die Arbeit mit Flüchtlingen zu qualifizieren, unter anderem durch Dolmetscher. "Unser Grundsatz ist, dass wir die Flüchtlinge überall in die Regeleinrichtungen integrieren", sagt Hintzsche. Unter anderem werden deshalb mehr als 300 Kita-Plätze für Flüchtlingskinder eingeplant. Die Verantwortlichen freuen sich über eine große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. Wegen der Menge der Anfragen von interessierten Ehrenamtlern soll ihr Einsatz nun von den Freiwilligenagenturen koordiniert werden.

(RP)
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