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Kriminalstatistik für Düsseldorf: Zahl der Einbrüche geht erstmals wieder zurück

Kriminalstatistik für Düsseldorf : Zahl der Einbrüche geht erstmals wieder zurück

Seit 2006 mehrten sich die Fälle von Jahr zu Jahr. Jetzt scheinen sich die Großaktionen der Polizei positiv auszuwirken. Auch in anderen Problem-Bereichen sind Rückgänge zu verzeichnen.

Wenn Polizeipräsident Herbert Schenkelberg am Montag die Kriminalstatistik für das Jahr 2012 vorlegt, wird er zum ersten Mal seit sechs Jahren nicht über vermehrte Wohnungseinbrüche berichten müssen, sondern kann einen Rückgang um rund sechs Prozent verkünden. Das ist bei 3350 Fällen, die im Jahr 2011 registriert wurden, nicht gerade viel, aber wenn man bedenkt, dass die Steigerung zu 2010 bei immerhin mehr als 27 Prozent lag, ein erstes Erfolgssignal.

Alle zweieinhalb Stunden ein Einbruch

Mit einer eigens für die Bekämpfung von Wohnungseinbruch, Taschendiebstahl und Autoaufbrüchen eingesetzten Fahndungs-Kommission hatte die Polizei im Herbst 2011 ihre Offensive gestartet, die in den ersten Monaten des vergangenen Jahres allerdings die Einbrecher nicht stoppen, aber zumindest bremsen konnte. Alle zweieinhalb Stunden wurde im ersten Halbjahr 2012 ein Einbruch oder zumindest ein Einbruchsversuch gemeldet, das bedeutete eine - wenn auch verlangsamte - Zunahme der Taten. Im Winter, der Einbrecher-Hochsaison, gingen die Zahlen, wie das Innenministerium berichtete, nun sogar um 25 Prozent zurück.

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Wesentlich offensichtlicher dagegen ist der Rückgang bei den Diebstählen aus Autos. Knapp 20 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr sind 2012 aufgebrochen worden, das sind mehr als 1000 Taten weniger, und auch die Taschendiebe hatten in Düsseldorf 2012 weniger Erfolg. Über 800 Taten weniger als 2011 - das spricht für die Polizeiaktionen. Denn allein beim Weihnachtsmarkt 2010 waren 360 Taschendiebstähle registriert worden.

Das "Projekt Anstiegsdelikte" arbeitet seit 2011 zeitlich flexibel, meist "zu unchristlichen Zeiten", wie der Leiter der Truppe, Andreas Sandvoß, der auch das Konzept entwickelt hatte, sagt. Die Statistik, die auszugsweise der Bezirksvertretung 7 präsentiert wurde, dürfte der Lohn der harten Arbeit sein, die auch in der täglichen Auswertung und Zusammenführung sämtlicher Informationen über alle Tatorte liegt. So erkennen die Beamten schnell mögliche Schwerpunkte der Täter und können darauf reagieren. Nicht zuletzt diese Erkenntnisse der Sandvoß-Einheit hatten im Winter erstmals auch gezielte Großeinsätze in Wohngebieten ermöglicht.

Razzia gegen Dämmerungseinbrecher

Mehrfach hatten die Beamten, unterstützt von der Bereitschafts- und der berittenen Polizei, die Einfallstraßen auf potenziell verdächtige Fahrzeuge und Personen kontrolliert, die Streifen verstärkt und auch verdeckt die bevorzugten Zielgebiete der so genannten Dämmerungseinbrecher überwacht. Viele Festnahmen hatte es dabei zwar nicht gegeben, aber die Zahl der Taten ging durch diese öffentlichkeitswirksam präsentierten Aktionen spürbar zurück. So deutlich offenbar, dass das Konzept inzwischen von anderen Polizeibehörden kopiert und auch in regional-konzertierten Aktionen ausprobiert wurde.

Aus dem in der Bezirksvertretung vorgelegten Zahlenwerk geht aber nicht nur die Trendwende bei den sogenannten Einstiegsdelikten hervor. Weniger Fahrrad- und Autodiebstähle, zwölf Prozent weniger Straßenkriminalität und sogar ein Rückgang der Gesamtkriminalität in der Stadt um knappe fünf Prozent dürften die Kriminalstatistik 2012 recht gut aussehen lassen.

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