Düsseldorf: Zahl der chinesischen Unternehmen vervierfacht

Düsseldorf : Zahl der chinesischen Unternehmen vervierfacht

Die Bedeutung der chinesischen Wirtschaft für Düsseldorf ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Nach Informationen der Stadtverwaltung gab es im Jahr 2004 noch 80 chinesische Firmen in der NRW-Landeshauptstadt.

Heute sind es den Ämtern zufolge mehr als 320 — allein im Stadtgebiet. Hinzu kommen noch Dutzende im Umland, etwa im Rheinkreis Neuss oder im Kreis Mettmann. Das älteste chinesische Unternehmen in der Stadt ist Minmetals. Dieser größte chinesische Stahlhändler, der sich in Staatshand befindet, kam 1980 an den Rhein.

Um die Ansiedlung von chinesischen Firmen in Düsseldorf einfacher zu machen, haben Stadt, Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Messe vor zehn Jahren das Düsseldorfer China-Kompetenzzentrum gegründet. Seitdem konnte die Stadt vor allem einen starken Zuzug größerer chinesischer Firmen verbuchen. Der erste große Spieler kam im Jahr 2005 mit der Firma Huawei, einem großen chinesischen Telekommunikationsausrüster. Heute beschäftigt das Unternehmen in Düsseldorf mehr als 600 Mitarbeiter. Und der Ausbau wird fortgesetzt, im März wird die neue Deutschland-Zentrale an der Hansaallee eröffnet. Mit ZTE kam wenig später ein weiterer großer Telekomausrüster in die NRW-Landeshauptstadt. Heute beschäftigt ZTE rund 200 Menschen in Düsseldorf.

Im Jahr 2010 zogen auch chinesische Banken an den Rhein. So gründeten die Bank of China sowie die Industrial and Commercial Bank of China Dependancen in Düsseldorf. Als der chinesische Stahlkonzern Wisco vor einem Jahr die frühere ThyssenKrupp-Sparte Tailored Blanks kaufte, verlegte er den Sitz der Holding kurzerhand aus dem Ruhrgebiet nach Düsseldorf. Im November 2012 verlegte der Solarkonzern Yingli seinen Deutschlandsitz von München nach Düsseldorf.

Die chinesische Unternehmerschaft ist inzwischen vor Ort gut organisiert. "So sind mehr als 60 chinesische Unternehmen der Stadt in dem Verein ,Chinese Enterprises Association' zusammengeschlossen", sagt Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK.

Das Düsseldorf China Center des chinesischen Geschäftsmannes Robert Cao an der Kö etabliert sich seit 2005 immer mehr als Treffpunkt deutscher und chinesischer Geschäftsleute.

(tb)