Wohnraum Düsseldorf: Neue Mikroapartements in Pempelfort umstritten

Bauen in Düsseldorf : Mikroappartements in Pempelfort umstritten

Politiker befürchten eine gewerbliche Nutzung und verweigern dem Bauprojekt von Silberlake Real Estate vorerst die Zustimmung.

An der Sternstraße 63a bis 65 plant der Investor Silberlake Real Estate Group den Abriss der Bestandsgebäude und den Neubau eines fünfgeschossigen Wohnhauses mit Tiefgarage bis zum Jahr 2021. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, zwei Punkte in dem Bauantrag machten die Politiker in der Bezirksvertretung 1 dann aber doch stutzig. Zum einen sollen dort 46 Appartements entstehen, es sind aber nur 13 Parkplätze geplant. Und: Die Wohnungen sollen teilweise nur 20 Quadratmeter groß sein. Da wurde der Verdacht laut, dass womöglich in Wirklichkeit eine Art Boarding House entstehen soll.

Hochgerechnet könnten in dem Neubau künftig um die 80 Menschen leben, rechnete André Simon (CDU) vor. „Davon auszugehen, dass die alle mit Bus und Bahn fahren, ist naiv. Der Parkdruck in diesem Viertel ist ohnehin enorm, das zeigt die hohe Zahl an Zweite-Reihe-Parkern. So ein Wohnprojekt wird dem Quartier nicht guttun“, begründete Simon die ablehnende Haltung seiner Partei. Laut Stellplatznachweis sei es für die Stadt aber nicht möglich, mehr Parkplätze einzufordern, da sich die Anzahl der Stellplätze an der Größe der Wohnungen orientiere, hieß es von der Verwaltung. Für Matthias Herz (SPD) stellt sich die Frage, ob zu wenig Stellplätze eingeplant sind, nicht: „In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es ein Parkhaus mit 600 Stellplätzen, das größtenteils leersteht.“

Bei der Anzahl an Wohnungen wiederum sorgte eine Aussage von Silke Wodarz von der Bauaufsicht für Irritation. Zwar seien in dem Bauantrag die 46 Appartements mit Größen zwischen 20 und 86 Quadratmetern angegeben, allerdings seien „Raumumplanungen“ möglich. Heißt: Der Investor könne später selbst festlegen, wie groß er die Appartements letztlich anlegt. Da Wodarz zudem betonte, dass der Nutzerkreis dieser Wohnungen nicht festgelegt sei, hatte nicht nur Rafael Lorberg (SPD) die Vermutung, hier könne es sich um eine rein gewerbliche Nutzung handeln. Auch Annette Klinke von den Grünen fühlte sich bei der Ansicht des Grundrisses eher an ein Hotel oder an Ferienwohnungen erinnert. Lorberg meldete schließlich Beratungsbedarf für seine Partei an, so dass der Bauantrag erst im neuen Jahr zur Abstimmung kommt.

Ungeachtet dessen wollte Silke Wodarz eines zumindest klarstellen: „Der Bauantrag gilt nur für Mietwohnungen, für eine rein gewerbliche Nutzung wäre er neu zu beantragen.“ Bei dem Investor handelt es sich um die Silberlake Real Estate Group aus Düsseldorf, die an der Sternstraße wie auch an der Hüttenstraße 21 zwei Gebäude mit Mikroappartements errichten will. Die Grundstücke würden sich jeweils bereits im Besitz des Projekt­entwicklers befinden. Das Gebäude in Pempelfort werde zusätzlich vier Maisonettewohnungen mit 55 bis 88 Quadratmetern Wohnfläche beherbergen. Als künftige Mieter seien nach Fertigstellung vor allem Studenten, Kurz- und Zeitarbeiter sowie Senioren und Expats vorgesehen. „Bei der Deckung des akuten Wohnraumbedarfs spielen kleine Wohnungen eine immer wichtigere Rolle, gerade in Ballungszentren mit hohem Studierendenaufkommen wie Düsseldorf. Mit den beiden neuen Mikroapartment-Immobilien schaffen wir attraktiven und dringend benötigten Wohnraum für einkommensschwächere Mieter“, sagt Silberlake-Geschäftsführer John Bothe.

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