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Quartier Central in Düsseldorf: Wohnhochhaus mit individuellen Zügen

Quartier Central in Düsseldorf : Wohnhochhaus mit individuellen Zügen

Im Quartier Central wird mit dem Bau des Hochhauses "Ciel et Terre" im Januar begonnen. Die Nachbarhäuser sind an Investor verkauft.

Ein Wohnhochhaus sieht Architekt Juan Pablo Molestina als Herausforderung. Keinesfalls will er mit gesichtslosen, langweiligen Türmen das Bild eines Stadtviertels verschandeln und bei Bewohnern ein Gefühl des Unbehagens wecken. "An der Fassade muss abzulesen sein, dass sich im Inneren unterschiedliche Wohnungen mit individuellem Charakter befinden", nennt er das Ziel seiner Planung. Dann könnten sich die Bewohner mit ihrer Wohnung identifizieren, weil sie nicht Teil einer anonymen Masse sei.

Seine Vorstellungen hat Molestina bei der Planung des 18 Geschosse hohen Wohnhauses "Ciel et Terre" (Himmel und Erde) verwirklicht, das er zusammen mit dem Architekturbüro RKW für den spanischen Investor Ara Ubiorum plant und mit dessen Bau im März begonnen werden soll. So ist das Hochhaus in sich gegliedert. Die unteren sechs Geschosse sind als eine Art Sockel gestaltet. Die Fassade der nächsten zehn Geschosse wirkt lebendig, weil die herausragenden Balkone zu verschiedenen Gruppen zusammengefasst sind. Auf der Ostseite sind zudem die Fenster je nach Zimmertyp unterschiedlich groß.

Und auf der Süd- und Westseite besteht die Fassade aus Lamellenwänden, die von den Bewohnern unterschiedlich eingestellt werden können und somit für Abwechslung sorgen. "Die Lamellen sind nicht nur Schmuck, sondern haben eine wichtige Funktion, weil sie die umlaufenden Balkonflächen vor den Wohnungen vor Wind schützen", erklärt Molestina. Die Bewohner könnten so ohne Einschränkungen den Blick über die Stadt genießen.

Wegen der Aussicht sind Wohnungen in einem Hochhaus begehrt, ist Thomas Schünken vom Unternehmen Böcker Wohnimmobilien überzeugt. Er rechnet deswegen mit einer guten Nachfrage, zudem wegen "der guten Lage nahe beim Stadtzentrum, bei Einkaufsvierteln und an einem großen Park".

Die Nachfrage beim benachbarten Hochhaus Pandion d'Or, dessen Rohbau fast fertig ist, stützt seine Meinung. Mehr als 80 Prozent der Wohnungen seien verkauft, berichtet Klaus Verhufen, Geschäftsführer der Immobilien-Firma Pandion.

Von dem Erfolg sind auch private Investoren überzeugt. So habe Böcker-Immobilien die beiden sechsgeschossigen Sockelhäuser neben Ciel et Terre mit 54 Mietwohnungen verkauft, sagt Schüttken. Im Hochhaus selbst sind nur Eigentumswohnungen vorgesehen. "Der Kaufpreis pro Quadratmeter liegt zwischen 4300 Euro und gut 5000 Euro je nach Höhe der Etage", sagt Schüttken. Sie sind unterschiedlich groß und sollen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen — Singles, Familien und auch Senioren. Für Familien gibt es ein besonderes Angebot: "Erdgeschoss und erste Etage sind wie Stadthäuser mit eigenem Hauseingang gestaltet, sechs liegen nebeneinander", erklärt Schüttken. Das Gegenstück zu ihnen liegt in den zwei obersten Geschossen. "Wir bauen dort klassische Innenhofhäuser wie im Süden", erklärt Molestina. Auch aus praktischen Gründen. Denn die Innenhöfe schützen vor dem Wind in der Höhe und ermöglichen Ausblicke auf die Stadt.

Durch die unterschiedlichen Wohnungstypen biete das Hochhaus ein individuelles Umfeld, hebt Molestina hervor. Aber auch die Gestaltung der Etagenflure soll für Abwechslung sorgen. "Sie sind unterschiedlich gestaltet, haben verschiedene Farben, damit sich die Bewohner leicht zurechtfinden und nicht das Gefühl der Anonymität bekommen", sagt Architekt Thorsten Schmedt, Projektleiter im Büro Molestina.

Deshalb wird auch das Eingangsfoyer großzügig gestaltet. Das soll auch rund um die Uhr mit einem Concierge besetzt sein, der Besucher betreut und der alle Dienstleistungen rund um Wohnen und Haushalt vermittelt.

(RP)