Düsseldorf: Mieten in Düsseldorf steigen rapide

Düsseldorf : Mieten in Düsseldorf steigen rapide

In allen Segmenten – vom Studentenappartement bis zu Luxuswohnung – werden Anstiege der Mietpreise verzeichnet. Statistisch erwirtschaften die Düsseldorfer pro Kopf mehr als doppelt so viel wie andere Bürger in Deutschland.

In allen Segmenten — vom Studentenappartement bis zu Luxuswohnung — werden Anstiege der Mietpreise verzeichnet. Statistisch erwirtschaften die Düsseldorfer pro Kopf mehr als doppelt so viel wie andere Bürger in Deutschland.

Der Zuzug von Menschen aus dem Umland hält in Düsseldorf ungebrochen an. Allein die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Einwohner hat sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf knapp 373 000 erhöht. Das erhöht die Nachfrage nach Wohnraum in der Landeshauptstadt.

Gleichzeitig steigen die Einkommen der Düsseldorfer und damit auch deren Möglichkeit, höhere Mieten zu zahlen. Ein einfacher Zahlenvergleich macht deutlich, wie viel größer die Kauf- und Mietkraft der Düsseldorfer ist. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in NRW lag bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren bei 30.700 Euro pro Kopf und Jahr, in ganz Deutschland lag der Durchschnitt bei 30 300 Euro.

Der durchschnittliche Düsseldorfer aber erwirtschaftete in einem Jahr mit 66 600 Euro Bruttoinlandsprodukt pro Kopf deutlich mehr als doppelt so viel. Die Tendenz zeigt aufwärts. So stieg das Bruttoinlandsprodukt je Düsseldorfer Bürger weiter um 117 Euro.

Zuzug und Einkommensanstieg wirken sich unmittelbar auf die Preise bei der Neuvermietung aus. In allen Segmenten sind die Mieten deutlich gestiegen. Besonders teuer, weil selten, sind in Düsseldorf die Netto-Kaltmieten für Einfamilienhäuser. 2012 musste ein Mieter im Durchschnitt 16 Euro je Quadratmeter für ein gemietetes Haus bezahlen. Das entspricht einem Anstieg von 10,7 Prozent in nur einem Jahr. Im Jahr 2009 lag der Wert noch bei etwas über 14 Euro Kaltmiete je Quadratmeter. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Düsseldorf, die jetzt veröffentlicht wurde.

Doch der Anstieg der Mieten beschränkt sich keineswegs auf das in Düsseldorf so begehrte Wohnen in Luxusimmobilien. Auch Studenten-Appartements und Wohnungen für alleinstehende Senioren sind im Preis deutlich angezogen. So wurden für Wohnungen mit weniger als 45 Quadratmeter im Jahr 2012 durchschnittlich 9,26 Euro je Quadratmeter bezahlt, was einem Anstieg binnen vier Jahren von 8,9 Prozent entspricht. Diese Wohnungsgröße ist im Übrigen je Quadratmeter deutlich teurer als größere Wohnungen bis zu einer Fläche von etwa 90 Quadratmetern.

Die Zahlen zeigen auch eine Verschiebung der Verteilung von Wohnungen. Das zeigt etwa eine städtische Auswertung von Mietangeboten in Düsseldorfer Zeitungen. Während der Anteil der zur Miete angebotenen Ein-Familien-Häuser dort binnen vier Jahren von 3,4 Prozent auf 5,8 Prozent gestiegen ist, schrumpfte der Anteil der kleinen Wohnungen von 18 Prozent (2009) auf 16,82 Prozent.

Immer mehr Wohnungen in Düsseldorf fallen inzwischen aus der Mietbindung und stehen damit nicht mehr als vergünstigter Wohnraum für Menschen mit niedrigeren Einkommen zur Verfügung.

Zu Beginn des Jahres 2011 sank der Bestand an Wohnungen mit Mietpreisbindung in der Landeshauptstadt von 23 060 auf 22 371. Insgesamt liegt der Anteil von Sozialwohnungen bei 6,7 Prozent — Tendenz. weiter sinkend. Seit 2002 hat sich der Bestand an gefördertem Wohnraum in Düsseldorf um mehr als 15 100 Wohnungen verringert.

Trotz der hohen Nachfrage ist die Leerstandsquote in Düsseldorf leicht gestiegen. Vier Prozent der Wohnungen standen bei der letzten Erhebung seit mehr als drei Monaten leer. Ein Jahr zuvor lag der Wert noch bei 3,35 Prozent.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die Mietpreise in Düsseldorf

(RP/ila/anch/EW)
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