Düsseldorf: Angermund: Debatte um Häuser auf Ackerland

Düsseldorf : Angermund: Debatte um Häuser auf Ackerland

Die Zufriedenheit in Angermund ist insgesamt hoch. Aber bei der Diskussion um Wohnungen auf Ackerland gibt es Widerspruch.

Die Diskussion um die Umwandlung von Acker- und Weideflächen in Bauland für Wohnhäuser hat für große Unruhe im stark ländlich geprägten Stadtnorden gesorgt. Von der Bauernschaft und zahlreichen Lokalpolitkern in Angermund hagelte es Proteste. "Bevor man überhaupt über eine Bebauung von Ackerland nachdenkt, sollte man erst einmal alle freien Flächen innerhalb bebauter Gebiete nutzen", sagte Bezirksvorsteher Ulrich Decker (CDU) und erhielt durchweg Zustimmung von anderen Besuchern der mobilen Redaktion am Samstag in Angermund.

Die RP-Leser machten konkrete Vorschläge, wo in Angermund noch freie Flächen für Wohnbebauung genutzt werden könnten. "An der Pappelallee beispielsweise befinden sich riesige Grundstücke, auf denen sicherlich eine Hinterbebauung möglich wäre", sagt Norbert Heid. Die Verdichtung von Wohngebieten präferierten alle Besucher des RP-Standes, und zwar parteiübergreifend. Würde Angermund seine umliegenden Ackerflächen verlieren, dann wäre der dörfliche Charakter des 6000-Seelen-Örtchens verloren. Und diesen Preis will kein Angermunder zahlen.

Doch trotz des Ärgers über die Forderung eines Immobilienmaklers, Angermunds Äcker zu bebauen, gibt es in Angermund kaum wirklich große Probleme. Darüber waren sich die Besucher der Mobilen Redaktion an der Angermunder Straße am Samstag einig. "Wir jammern hier, wenn überhaupt, auf einem sehr hohen Niveau", sagt Tim Küsters, vom CDU-Ortsverband Angermund. Er war, wie andere Vertreter der Politik, lokaler Institutionen und Organisationen und Passanten, in die Ortsmitte gekommen, um darüber zu diskutieren, was einem am Stadtteil gefällt und welche Verbesserungen noch möglich wären.

Andrea Lindenlaub, Vorsitzende der Interessengemeinschaft "Handwerk und Handel", setzt sich seit Jahren für einen Ortsmittelpunkt ein, der als Treffpunkt für die Angermunder dienen soll. Außerdem möchte sie den Einzelhandel attraktiver gestalten. "Ältere Leute aber auch junge Familien mit kleinen Kindern müssen hier fußläufig ein gutes Sortiment vorfinden", sagt Lindenlaub. Allerdings wird in Angermund kontrovers diskutiert, ob und in welcher Form der Einzelhandel erweitert werden soll. "Ein Gutachten hat ergeben, dass in Angermund genug Kaufkraft für einen weiteren Supermarkt vorhanden ist", sagt Decker.

So würden 40 Prozent der Einkäufe in anderen Stadtteilen oder Städten erfolgen. Einen neuen Supermarkt halten aber viele für einen falschen Ansatz. Vielmehr würden Fachläden wie ein Drogeriemarkt oder eine Metzgerei benötigt. Eine rege Diskussion löste auch das Dauerthema Angermunder Baggerseen aus. Bei gutem Wetter strömen in jedem Jahr Hunderte von Besuchern dorthin, um sich trotz Badeverbot zu erfrischen. Lärm, wild parkende Autos und Müll sorgen dann für Konflikte mit den Anwohnern. "Das Ordnungsamt sperrt dann zwar einige Straßen, aber damit wird das Parkplatzproblem nur verlagert. Hier müsste endlich eine dauerhafte Lösung gefunden werden", sagt Benjamin Schwarz, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Angermund.

Doch diese ist wohl lange nicht in Sicht. Denn für die Einrichtung eines regulären Badebetriebs und von Parkplätzen fehlen die Gelder.

(RP/ila/top)
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