Mieten in Düsseldorf: Wohnen - mal billig, mal teuer

Mieten in Düsseldorf : Wohnen - mal billig, mal teuer

Droht Düsseldorf die "Luxus-Ghettoisierung", wie NRW-Bauminister der Stadtspitze vorwirft? Oder ist es eine Scheindebatte? Ein Blick aufs Immobilien-Angebot zeigt, dass es große Unterschiede bei den Mieten gibt.

Seit Monaten wird darüber diskutiert, ob sich Normalverdiener und junge Familien das Wohnen in Düsseldorf noch leisten können. Von Stadtspitze und CDU-FDP-Mehrheit im Rathaus kommt ein klares Ja. Die Lage sei bei weitem nicht so angespannt, wie von Rot-Grün dargestellt. Das ständige Schlechtreden sorge erst dafür, dass Mieten steigen, heißt es. SPD und Grüne im Rat werfen hingegen der Stadtspitze vor, preiswertes Wohnen nicht ausreichend zu fördern. Angeheizt hat die Debatte NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD), der warnt, dass Düsseldorf eine "Luxus-Ghettoisierung" drohe.

Wie sieht das Angebot auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt aus? Wir haben uns bei verschiedenen Internet-Anbietern umgesehen. Die Vorgabe: eine Mietwohnung mit mindestens drei Zimmern, Balkon, 80 bis 85 Quadratmeter groß. Etwa 100 verschiedene Angebote sind unter diesen Kriterien in der Landeshauptstadt zu finden.

Die Preiswertesten Mit Abstand am günstigsten sind Angebote in den Stadtteilen Holthausen, Hassels und Garath. Dort liegt die Kaltmiete unter den oben genannten Kriterien deutlich unter 500 Euro. Allerdings handelt es sich meist um Wohnungen in Hochhaussiedlungen aus den 1960er/70er Jahren — sie sind bei Wohnungssuchenden wenig begehrt. In Eller gibt es Am Hackenbruch eine 82-Quadratmeter-Wohnung für 585 Euro kalt, in der Stadtmitte an der Friedrich-Ebert-Straße sogar eine Dachgeschosswohnung von 95 Quadratmetern mit einer großen Dachterrasse für 600 Euro. Jedoch ist die Ausstattung mehr als dürftig, der Boden der Terrasse aus Teerpappe. Dafür wird in Unterbilk an der Friedenstraße zum selben Preis eine renovierte Wohnung angeboten, in Oberbilk ein 84-Quadratmeter-Altbau mit Stäbchenparkett für 675 Euro. Auch in Knittkuhl und Teilen von Gerresheim (oft an stark befahrenen Straßen) sind relativ preiswerte Wohnungen zu finden. Das billigste Wohnobjekt im Angebot ist eine Dachkammer in Eller für 170 Euro. Größe: 18 Quadratmeter.

Die Teuersten An der Wildenbruchstraße in Oberkassel bieten gängige Internet-Portale derzeit die Dreieinhalbzimmerwohnung mit der höchsten Kaltmiete in Düsseldorf an: 1200 Euro für 82 Quadratmeter in der zweiten Etage ohne Lift. Macht fast 15 Euro pro Quadratmeter. Dafür ist sie renoviert, mit Parkett ausgestattet und in einem der begehrtesten Stadtteile relativ ruhig gelegen. Ebenfalls im Trend liegen Derendorf und dort das Areal der früheren Ulanenkaserne. Das Umfeld ist ein Zentrum der Mode- und Werbebranche geworden. Wer in ist, wohnt auch dort. Eine 82-Quadratmeter-Wohnung in der frisch sanierten alten Exerzierhalle (Baujahr 1898) mit großem Balkon ist für 932,65 Euro zu haben. Teure Wohnungen dieser Größe sind in Golzheim, Kaiserswerth, Oberkassel, Lörick, Flingern-Nord und Bilk zu finden, teils auch in Pempelfort und Oberbilk.

Die teuerste, angebotene Mietwohnung liegt an der Golzheimer Rheinfront, hat neun Zimmer, 312 Quadratmeter und kostet monatlich 7870 Euro — kalt.

Hier geht es zur Infostrecke: Hier sind Wohnungen am teuersten

(RP/jco)
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