Wohnen in Düsseldorf: Neue Hoffnung für den Salzmannbau in Bilk

Wohnen in Düsseldorf : Neue Hoffnung für den Salzmannbau

Die LEG hatte zunächst signalisiert, den Salzmannbau mit seinen derzeitigen Nutzungen bis 2043 erhalten zu wollen. Jetzt ist sogar eine dauerhafte Rettung möglich. Stadt und LEG befinden sich in Verhandlungen.

Im Juli gingen die Künstler, die im Salzmannbau in den 34 Atelierwohnungen und neun Arbeitsateliers leben und arbeiten, mit ihren Befürchtungen an die Öffentlichkeit, durch das Auslaufen der Zweckbindung 2020 könnte ihnen die LEG womöglich kündigen oder zumindest die Mieten drastisch erhöhen. Da auch die Zweckbindung für die öffentlichen Flächen (etwa Bürgerhaus und Jazzschmiede) 2025 und die Sozialbindung für die geförderten Wohnungen 2027 auslaufen, sei das gesamte Quartiersprojekt, das nicht umsonst bereits mit dem Preis „Soziale Stadt“ ausgezeichnet wurde, gefährdet. Was jetzt genau geplant oder einst festgelegt worden sei, war zu diesem Zeitpunkt weitgehend offen, entsprechende Kaufverträge waren nicht auffindbar.

Im August erreichte die Betroffenen dann die freudige Nachricht von LEG und Stadt, dass die öffentliche Förderung des Wohnprojekts Salzmannbau bis mindestens 2043 erhalten bleiben soll. Aber auch diese Entwicklung ist inzwischen überholt. Eine entsprechende Anfrage der Grünen im Rat wurde vom Beigeordneten Hans-Georg Lohe wie folgt beantwortet: Die Vereinbarung zwischen Stadt und LEG mit einer Bindungsfrist bis 2043 sei zurückgezogen worden. Was zunächst klingt wie eine Hiobsbotschaft, ist jedoch sehr viel eher ein Happy End. Denn Lohe sagte auch, dass die LEG signalisiert habe, „das Projekt Salzmannbau mit den derzeitigen Nutzungen in seinem Gesamtcharakter noch über das Jahr 2043 hinaus erhalten zu wollen“.

Das, so hofft Jost Budde, Sprecher des Mieterrates im Salzmannbau, der die Interessenvertretung von rund 85 Nutzern darstellt, könne eigentlich nur heißen, dass jetzt wieder die ursprüngliche, in den Kaufverträgen von 1990 festgelegte Bindung bis 2063 gelte. „Stadt und LEG befinden sich dahingehend in Verhandlungen“, sagt Budde, der spätestens bis Ende des Jahres mit einem nachhaltigen Ergebnis rechnet. „Wichtig ist, dass der dringende Handlungsbedarf erkannt wurde und offenbar ein deutliches Interesse daran besteht, dieses einzigartige Viertel mit seiner optimalen Durchmischung in der aktuellen Form zu erhalten“, so Budde. Die LEG bestätigt, dass die Stadt Düsseldorf und das Immobilienunternehmen zurzeit prüfen würden, „in welcher Form die Vereinbarung zum Salzmannbau rechtssicher unterzeichnet werden kann“, so Sprecher Mischa Lenz. Ein genauer Termin, wann ein Ergebnis folgt, könne noch nicht genannt werden. „Wir tun aber alles dafür, schnellstmöglich eine Lösung zu finden“, so Lenz.

Wie alles Ende der 80er Jahre mit dem Salzmannbau begann, nachdem die Firma Jagenberg Fabrik und Gelände 1985 verlassen hatte, das dokumentiert aktuell eine Foto-Ausstellung im Bauwagen der Demokratie an der Bachstraße 139. Fotograf „jojo“ hat den morbiden Charme des Fabrikgeländes mit der Kamera festgehalten, die Aufnahmen erinnern an einen „Lost Place“, einen aufgegebenen Ort (immer donnerstags, 17-20 Uhr).

Stephen Reader, Fotograf „jojo“ und Wolfram Janz (v.l.) zeigen in der Mobilen Galerie an der Bachstraße den Urzustand des Salzmannbaus. Foto: Marc Ingel

Zur Finissage wird Stephen Reader, 1985 Mitbegründer der Künstlerinitiative, ab 18 Uhr einen Eindruck von der Entwicklung des Salzmannbaus geben.