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CDU sieht Kompromiss: Wohnen im Hafen konkurriert mit Industrie

CDU sieht Kompromiss : Wohnen im Hafen konkurriert mit Industrie

Augenfällig war für CDU-Politiker auf einer Bootsrundfahrt die harte Konkurrenz im Hafen: Auf der einen Seite an Kai- und Speditionstraße die schicken Bürohäuser und sorgfältig sanierten Denkmale, in direkter Nachbarschaft auf der Weizenmühlenstraße die großen, abweisenden Industriebauten der Mühlen und das riesige Container-Terminal. Was letztlich die Oberhand behält, ob die Industrie zugunsten von Wohnungen im Hafen zurückgedrängt wird, darüber wird erneut hart gerungen.

CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Jarzombek, der die Rundfahrt für seine Parteifreunde angeregt hatte, sah allerdings eine Kompromisslinie: "Bei der positiven Entwicklung im Industriehafen muss die Stadt vordringlich darauf setzen, die Transport- und Logistikfirmen im Hafen zu stärken", meinte er. Aber auch unter diesen Bedingungen müsse das Wohnen auf der Kesselstraße direkt neben der Industrie möglich sein: "Denn es gibt zwei Wachstumsmotoren: Den Medienhafen, aber auch den Industriehafen."

Problem ist der Lärm

Ob einer der Motoren durch die Planung der Stadt abgewürgt wird, darüber wird zurzeit gestritten. Gestern hat der Planungsausschuss mit den Stimmen von CDU und FDP dem neuen Flächennutzungsplan zugestimmt, der auf der Kesselstraße Wohnen direkt neben der Industrie an der Weizenmühlenstraße zulässt. Die Folge für die Industrie: Der Lärm, der bei der Produktion entstehen darf, wird begrenzt.

Trotz eines Bestandsschutzes bis zum Jahr 2037 "fürchten aber die Betriebe, dass sie zum Sterben auf Raten verurteilt sind, weil sie nur schwer expandieren können", erklärte Rainer Schäfer, Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH).

Dabei ist der Industriehafen kein Sterbekandidat. Im Gegenteil, der Umschlag steigt in allen Sparten, allein der Container-Umschlag stieg seit 2003 um 30 Prozent. "Für die Region ist der Hafen als logistische Drehscheibe wichtig", erklärte Schäfer. Wegen des Wachstums gebe es keine Flächenreserven, könne die Industrie vor demWohnungsbau nicht zurückweichen.

Wohnungen gesucht

Aber auch das wachsende Düsseldorf brauche den Medienhafen für seine weitere Entwicklung, hielt Planungsdezernent Gregor Bonin dagegen. "Wir brauchen Wohnungen, damit die Menschen in Düsseldorf bleiben", erklärte er. Gefragt seien interessante Viertel wie im Medienhafen, auch teure Wohnungen seien gewünscht. Stadtplaner müssten diese Trends unterstützten, dürften nicht nur das Bestehende bewahren: "Ein Nebeneinander von Wohnen und Industrie im Hafen muss möglich sein."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Handelshafen wird Medienhafen

(RP)