Schlaglichter Des Jahres 2013: Wohnen bleibt Thema Nummer eins

Schlaglichter Des Jahres 2013 : Wohnen bleibt Thema Nummer eins

Zahlreiche neue Bauvorhaben werden derzeit in den Stadtbezirken 1 und 3 realisiert. Im Bezirk 1 gab es wiederholt heftige politische Debatten um fehlende öffentliche Förderung. Es wurden sogar Projekte deswegen abgelehnt.

Wie der Bedarf an neuen Wohnungen gedeckt werden kann, war das beherrschende politische Thema in den Stadtbezirken 1 und 3 im Jahr 2013. Vor allem im Stadtbezirk 1, der auch die Innenstadt umfasst, entwickelte sich das Thema Wohnungsbau zum politischen Reizthema Nummer eins. Viel wird derzeit gebaut in der Innenstadt, und drehen sich in citynahen Stadtteilen etwa Pempelfort oder Golzheim, die Baukräne. Doch löst das nicht nur Begeisterung aus: Mehrfach und wiederholt lehnten SPD und mit ihr teilweise die Grünen sowie die Linke Bauvorhaben im Stadtbezirk 1 ab. Der Grund: Nach Ansicht dieser Parteien kommt bei den aktuellen Bauprojekten öffentlich geförderter Wohnraum zu kurz. Zwar wurde im Mai das Handlungskonzept Wohnen vom Rat verabschiedet, das ein Kontingent an geförderten Wohnungen vorsieht. Doch begann die Planungsphase bei vielen der derzeit laufenden Bauvorhaben bereits lange vor Inkrafttreten dieser kommunalen Vorschrift, weswegen diese dort nicht mehr greifen kann.

Das war auch der Fall bei den Bauabschnitten eins und zwei der Wohnanlage "Le Flair Blanc" mit insgesamt 900 Wohnungen (Stadthäuser und Eigentumswohnungen) an der Marc-Chagall-Straße auf dem Gelände des ehemaligen Derendorfer Güterbahnhofs. Dort wurde im September Richtfest gefeiert. Das Projekt ist Teil des Komplexes "Le Quartier Central" und bereits zu 75 Prozent verkauft. Den anschließend geplanten Bauabschnitt hatte kurz zuvor die BV 1 mehrheitlich abgelehnt mit dem Hinweis auf fehlende Förderung. Prompt zogen sich diese Politiker beim Richtfest den Rüffel des Oberbürgermeisters zu. Er warf ihnen vor, mit ihrem Nein die Entwicklung der Stadt zu behindern. Die neuen Quartiere am ehemaligen Derendorfer Güterbahnhof standen aber ohnehin wohl nie in Verdacht, potenzielles Zuzugsgebiet für sozial Schwächere zu sein. Das Areal gilt auf der Düsseldorfer Landkarte als Vorzeigeobjekt in punkto Bauen. Übertroffen wird es in der Exklusivität allerdings noch vom Andreasquartier (18 000 Quadratmeter) in der Altstadt auf dem Gelände der ehemaligen Gerichte. Teile des historischen Justizkomplexes werden dort in die Neubebauung integriert. Auch die Fassade des ehemaligen Coelestinnerinnen-Klosters an der Ratinger Straße soll in den neuen Komplex einbezogen werden. 300 Eigentumswohnungen (Quadratmeterpreis: 3500 bis 6000 Euro) sind neben einem Büroriegel zur Ratinger Straße hin geplant. Mitte 2015 soll das Viertel bezogen werden. Noch hochpreisiger sind dagegen die geplanten 54 Wohnungen (bis 14 000 Euro pro Quadratmeter) im ehemaligen Theresienhospital angesetzt, die nur einen Steinwurf entfernt liegen.

Sozial geförderte Wohnungen soll es dagegen im Neubaugebiet Ulmer Höh', dem Gelände der ehemaligen JVA, geben. Eigentümer des Areals ist unter anderem der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB). Angeblich ist laut SPD in der BV 1 geplant, mittels einer Haushaltsänderung die Anzahl der sozial geförderten Wohnungen von geplanten zehn bis 15 auf maximal 30 Prozent zu erhöhen. Insgesamt sollen 350 Wohnungen entstehen. Das Gelände Ulmer Höh' gilt als letztes freies Großgelände für Neubebauung im Stadtbezirk. Wie diese letztlich umgesetzt wird, dürfte im neuen Jahr noch für Diskussionsstoff sorgen. Das niederländische Architekturbüro BDP Khandekar hatte den Wettbewerb zur Planung neuer Wohnquartiere auf dem Gelände gewonnen.

Zu den größten Vorhaben im Stadtbezirk 3 gehört die Neubebauung des alten Hasenclever-Geländes (Schloemann-Siemag AG) an der Witzelstraße, auf dem Miet- und Eigentumswohnungen sowie Stadthäuser vorgesehen sind. Insgesamt 400 neue Wohnungen soll es dort geben. Die Bürger werden mitreden können, denn es ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung geplant. Fertigstellung soll 2017 sein. Geförderter Wohnraum ist in fünfgeschossigen Mehrfamilienhäusern zur Witzelstraße hin geplant. Ein weiteres Großprojekt im Bezirk 3 ist das "Quartier M" auf dem Gelände zwischen Erkrather, Kölner und Moskauer Straße. Dort sollen ab 2015 auf rund 38000 Quadratmetern neben Bürogebäuden (unter anderem ein Hochhaus zur Bahntrasse hin) auch 500 Wohnungen entstehen. Neue Wohnungen sind im Bezirk zudem an der Gladbacher Straße (ehemals Firma Liesegang), an der Neusser Straße (Siemens) und auf dem Gelände der früheren Firma Auto Becker geplant. Unter dem Motto "Fleher Leben" will außerdem die Deutsche Eigenheim am Aachener Platz 93 Eigentumswohnungen errichten.

(RP)
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