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Studie zu jungen Erwachsenen im "Hotel Mama": Wo in NRW die meisten Nesthocker leben

Studie zu jungen Erwachsenen im "Hotel Mama" : Wo in NRW die meisten Nesthocker leben

Drei von fünf jungen Erwachsenen leben in Nordrhein-Westfalen bei ihren Eltern. Dass sie das aus purer Bequemlichkeit tun, ist aber wohl ein Vorurteil.

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Drei von fünf jungen Erwachsenen leben in Nordrhein-Westfalen bei ihren Eltern. Dass sie das aus purer Bequemlichkeit tun, ist aber wohl ein Vorurteil.

Vor allem während ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung blieben über 18-jährige Jugendliche häufig noch im "Hotel Mama" wohnen, erklärte der Präsident des Landesamtes für Statistik (IT.NRW), Hans-Josef Fischer, am Dienstag in Düsseldorf. Dagegen gründeten Studierende und Erwerbstätige zunehmend eigene Haushalte.

Im Erhebungszeitraum 2015 lebten an Rhein und Ruhr 937.000 ledige junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren im elterlichen Haushalt. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist das ein leichter Rückgang (61,6 Prozent).

Warum bleiben viele zu Hause hängen?

Nach den Ergebnissen der Studie steht fest: Es ist ein Vorurteil, dass Jugendliche überwiegend aus Bequemlichkeit im Elternhaus blieben und ihre Komfortzone nicht aufgeben wollen. Vielmehr seien oft finanzielle und wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. Zudem sei der klassische Generationenkonflikt mit dem Drang, das Elternhaus frühzeitig zu verlassen, nicht mehr so ausgeprägt wie in den 1980er und 1990er Jahren.

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Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Mit 59 Prozent ist der Anteil der jungen Erwachsenen, die in ihrem Elternhaus bleiben, gegenüber Ländern wie Italien, Frankreich und England eher niedrig. Dort betrage der Anteil der "Nesthocker" immerhin etwa 70 Prozent. In NRW sei die Quote der Erwachsenen im elterlichen Hausstand in den vergangenen zehn Jahren sogar um 2,2 Prozent gesunken. In ländlichen Regionen lebten deutlich mehr Jugendliche im Elternhaus als in den Großstädten.

Männer bleiben länger bei Mama

Junge Frauen verlassen nach den Ergebnissen der Erhebung früher das Elternhaus als junge Männer. Während der Anteil der Frauen im "Hotel Mama" bei 52,7 Prozent liegt, sind es in der Gruppe der Männer immerhin 64,9 Prozent. Dies bedeute aber nicht unbedingt, dass Männer eine stärkere Elternbindung hätten. Vielmehr seien Frauen deutlich früher in festen Beziehungen und gründeten deshalb einen eigenen Haushalt. Außerdem studieren mehr Frauen und ziehen dafür aus.

Migranten bleiben eher zu Hause wohnen als Deutsche

In Migranten-Familien liegt der Anteil der "Nesthocker" bei 70,2 Prozent, während er in deutschen Elternhäusern mit 54,5 Prozent deutlich niedriger ist.

Jeder Fünfte geht arbeiten

Jeder fünfte junge Erwachsene, der noch zu Hause wohnt, ist erwerbstätig. 17,5 Prozent gehen zur Schule, 36,1 Prozent machen eine Ausbildung. Von denjenigen, die nicht mehr in schulischer oder beruflicher Ausbildung sind und noch zu Hause leben, hat nahezu die Hälfte (48,3 Prozent) die Hochschulreife.

Nesthocker in der Region

Auf dem Land leben mehr junge Erwachsene zu Hause als in der Stadt. Jeweils etwa drei Viertel aller 18- bis 25-Jährigen wohnten noch zu Hause in den Kreisen:

Im Gegensatz dazu lebten weniger Erwachsene noch bei den Eltern in den Städten:

  1. Bonn (40,4 Prozent)
  2. Bielefeld (39,8 Prozent)
  3. Bochum (34,3 Prozent)
  4. Aachen (28,2 Prozent)
  5. Münster (27,1 Prozent)
  6. Köln (43,2)
  7. Dortmund (45,1)
  8. Düsseldorf (48,2)
  9. Solingen (50,3)
  10. Essen (50,4)
(hsr/KNA)