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Schwerpunkt Unterrath: Wo Alleinerziehende Hilfe finden

Schwerpunkt Unterrath : Wo Alleinerziehende Hilfe finden

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) hat sich von einer kleinen Selbsthilfeorganisation zu einem modernen Dienstleister entwickelt. Beratung und Betreuung von Familien stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

Materielle Not, Vereinsamung, Ärger mit dem früheren Partner, rechtliche Unsicherheiten – was vor bald 40 Jahren die Beweggründe waren, den Verein alleinstehender Mütter in Düsseldorf zu gründen, beschäftigt auch heute noch den Verband, der inzwischen zum Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) umbenannt wurde. Nach wie vor setzt sich die Initiative besonders für die Stärkung der Ein-Elternfamilien ein. Viele Angebote, darunter vor allem Betreuungen im Alltag, richten sich aber an alle Familien.

Der Selbsthilfeverein achtet darauf, dass die Projekte und Kurse auf die verschiedenen Lebenssituationen zugeschnitten sind. Für dauerhafte Betreuungen vermittelt der Verband beispielsweise Tagesmütter. Tritt ein akuter Notfall wie die Krankheit einer Mutter ein, stellt der VAMV sogenannte "Notmütter", welche dann den Haushalt weiter führen und die Kinder betreuen. "Hier herrscht ein viel größerer Bedarf, als wir mit unseren Mitarbeitern decken können. Wir suchen deshalb dringend weitere Frauen, die die Arbeit als Notmutter übernehmen wollen", sagt Kirstin Granow, Vorstandsmitglied des VAMV.

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Insgesamt 15 fest angestellte Mitarbeiter und rund 90 Honorarkräfte beschäftigt der Verein. "Alle unsere Mitarbeiter sind qualifiziert und geprüft und werden außerordentlich sorgsam ausgesucht", sagt Granow. Eine Fachanwältin beispielsweise informiert über rechtliche Fragen bei Trennung und Scheidung und Diplom-Pädagogen leiten unter anderem Spielgruppen.

Zum Programm gehören außerdem Kochkurse, Erste-Hilfe-Kurse, Kreativangebote, Ausflüge, Babymassage und Entspannungstraining. Einige Kurse sind auf Teilnehmer in besonderen oder extremen Lebenslagen zugeschnitten: "Wir bieten beispielsweise eine Gesprächsgruppe für Schwangere an, die wissen, dass sie ihr Kind alleine großziehen werden", sagt Vorstandsmitglied Susann Sültemeyer. Außerdem gibt es Gruppen für Alleinerziehende, deren früherer Partner psychisch- oder alkoholkrank ist. "Wichtig bei unseren Angeboten ist es, die Alleinerziehenden aus der Isolation zu holen und sie zu stärken", sagt Sültemeyer.

Dabei geht der Verband bei seinen Kursangeboten immer wieder auf neue Entwicklungen ein. Für die steigende Zahl der Tagesmütter und -väter bietet er seit einem Jahr Spielgruppen an. Die Kinder kommen so mit Gleichaltrigen zusammen, und die Betreuer können sich über ihre Erfahrungen austauschen. Auch am Wochenende gibt es Projekte: Da viele Familien dann unter sich bleiben wollen, fühlen sich Eltern, die alleinerziehend sind, an diesen Tagen häufig alleine.

Das Sonntagsfrühstück, das seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1976 in den Vereinsräumen an der Kalkumer Straße in Unterrath stattfindet, erfreut sich deshalb ungebrochener Beliebtheit. Im Schnitt 15 Mütter und Väter nutzen jeweils mit ihren Kindern das Angebot, in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. "Als ich alleinerziehend geworden bin, habe ich gedacht, ich wäre ganz alleine. Hier habe ich gemerkt, dass das nicht stimmt. Der Kontakt mit Gleichgesinnten hilft mir sehr", sagt Sarah Schlinken, die mit ihrem Nachwuchs seit langem regelmäßig zum Frühstück am Sonntagmorgen kommt.

Und weil seine Angebote so gut von den Eltern angenommen werden, will sich der Verband alleinerziehender Mütter und Väter auch in der Zukunft weiter um die Familien in Düsseldorf kümmern.

(RP)