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Intervierw mit IG Königsallee: "Wir wollen die DEG-Eisbahn an der Kö"

Intervierw mit IG Königsallee : "Wir wollen die DEG-Eisbahn an der Kö"

Mit dem Jahreswechsel lenkt ein neues Team die Geschicke von Düsseldorfs berühmtester Straße. Das Trio will die Marke Kö besser pflegen und denkt auch über neue Events nach - vielleicht sogar wieder eine Auto-Schau.

Die Interessengemeinschaft Königsallee hat sich mit dem Jahreswechsel neu aufgestellt. Vorsitzender ist nach wie vor Peter Wienen. Neuer Geschäftsführer jedoch ist Hans Meijers, der die berühmte Straße gut kennt - er war lange Jahre Center-Manager der Kö-Galerie. Ebenfalls neu im Team sind die Kreativen Peter Jung und Rainer Kunst, die mit der Firma Kö Media die Vermarktung der Königsallee vorantreiben wollen. Ein Gespräch mit dem neuen Leitungs-Trio.

Sie drei sind neu im Amt. Wie hat Ihnen die Premiere des Lichterdoms an der Brücke Steinstraße/Benrather Straße gefallen?

Rainer Kunst Ich habe kurz vor Weihnachten ein Bild davon gepostet und ein frohes Fest aus Düsseldorf gewünscht. Ich hatte in kurzer Zeit 765 Likes, das Foto ist sehr oft geteilt worden, es gab zig Kommentare. Alle positiv. Das Echo ist eindeutig.

Die Konstruktion ist später abgebaut worden als zunächst angekündigt. Konnte man sich nicht trennen?

Hans Meijers Wir hatten zunächst den 17. Januar angepeilt, aber wir mussten noch die Rheinbahn einbinden. Deswegen haben wir auf den 25. Januar verschoben. Die Überlegung ist, ihn so lange stehen zu lassen, wie die Weihnachtsbeleuchtung an der Kö in Betrieb ist.

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Heißt es eigentlich Lichter-Dom oder Licht-Dom?

Meijers Stimmt, das ging munter durcheinander. Wir haben am Anfang vom Lichter-Dom gesprochen, aber das sagen die meisten Menschen nicht. Ich denke, wir sollten uns auf Licht-Dom einigen.

Im kommenden Winter soll erstmals auf dem kompletten Corneliusplatz eine große Eisbahn aufgebaut werden. Sie soll bis zwei Wochen vor Beginn des Straßenkarnevals stehen. Ist es sinnvoll, den Licht-Dom kurz davor abzubauen?

Meijers Darüber müssen wir nachdenken. Die Frage ist wichtig, weil alle Formen der Beleuchtung, sogar der Farbton des Lichts, aufeinander abgestimmt werden. Wir arbeiten sehr eng mit Frank Schrader vom städtischen Marketing zusammen. Er hat ein tolles Lichtkonzept entwickelt. Seine Idee ist, die Menschen durch das Licht von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt zu führen. Die Königsallee wird im Anschluss in dieses Konzept eingebunden.

Wie wichtig ist die Eisbahn für die Kö?

Peter Jung Im nächsten Winter werden wir Düsseldorfer auf dem Corneliusplatz endlich mal keinen Bagger sehen, das ist doch klasse. Wir sind für die große Lösung von DEG und Oscar Bruch. Diese Bahn wird wunderschön und eine neue Attraktion, sie wird die Marke Kö stärken. Die Menschen werden die Straße noch einmal anders erleben, die Fotos werden um die Welt gehen. Sie muss aber ein Niveau haben, dass wir uns hinter der Bahn am Rockefeller Center in New York nicht verstecken müssen.

Die ist weltberühmt, aber gar nicht so groß.

Meijers Wir müssen uns auch gar nicht mit New York vergleichen. Klar ist, dass die Bahn von Ausstattung und Niveau Kö-like sein muss. Beleuchtung und Musik werden dezent sein. Es ist gut, dass die Hütten im anthrazitfarbenen Kö-Design eigens neu gebaut werden. Ich habe die Eisbahn in Wien besucht. Sie passt hervorragend vor das dortige Rathaus und ist sehr originell, weil sie nicht rechteckige Form hat. Das wäre ja auch langweilig. Unsere Eisbahn wird ebenfalls attraktiv, die Umfahrung des Brunnens ist etwas Ungewöhnliches. Wir müssen jetzt aber rasch planen und entscheiden, damit sämtliche Anschlüsse für Strom und Wasser gelegt sowie die kleinen Betonfundamente für die Eisbahn im Boden mit eingebaut werden können.

Sie wollen die modernen Lichtstelen am Corneliusplatz demontieren und durch die klassischen Kö-Kandelaber ersetzen. Geschieht dies ebenfalls?

Meijers Wir haben diese Woche ein Gespräch mit den Stadtwerken. Angebote liegen uns vor. Die Maßnahme wird den Förderverein Kulturerbe Kö vermutlich mehr als 70.000 Euro kosten. Wir sind froh, dass wir sehr honorige Mitglieder haben, Menschen, denen etwas an dieser Straße liegt und die dafür Gelder zur Verfügung stellen. Wir würden gerne vier Kandelaber statt der jetzt drei Leuchten aufstellen, um gleich an der Kreuzung Blumenstraße beginnen zu können, sonst fehlt die Verbindung zur restlichen Kö.

Was machen denn die Werber im neuen Kö-Team?

Kunst Die Kö hat einen sehr guten Ruf. Wir möchten die Markenpflege vorantreiben. Die Internet-Seite soll neu gestaltet werden und auch mobil funktionieren, etwa mit Lotsenfunktion über Google Maps, die mich zum gewünschten Geschäft bringt. Da gibt es viel Luft nach oben, bis hin zur Bezahlfunktion über eine App. Es wird auch ein neues Magazin geben, in dem es ums Lebensgefühl Kö geht, einige Prominente werden mitmachen.

Welche Prominenten werden das sein?

Kunst Das ist noch geheim.

Passieren auch neue Dinge auf der Kö?

Jung Natürlich darf es neue Events geben, das Gourmetfestival ist ja auch noch jung. Aber wir wollen die Kö nicht überfrachten. Wir können uns vorstellen, Auto-Schauen wieder auf die Kö zu bringen. Das gab es ja mal. Die Classic Days, eine eingeführte Veranstaltung, würden mitmachen. Da sind wir dran. Die Innovationen der Branche gehören dann auch dazu, also E-Mobile.

Die Menschen trauern heute noch dem Kino Lichtburg hinterher. Ist die Kö zu oberflächlich, braucht sie mehr Kultur?

Meijers Wir haben die Lichtburg ja noch in die Kö-Galerie übernommen. Das ging aber nur, weil Herr Brune als Eigentümer das wollte. Betriebswirtschaftlich ließ sich ein Programmkino nicht begründen. Aber wir haben den Bücherbummel und sind froh, dass es den neuen Verein gibt und es mit dem Bummel weitergegangen ist. In Form und Stil könnte er sich aber nach oben weiterentwickeln. Es wäre schon schön, wenn etwa die Zelte alle gleich aussähen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel hat mal den Wegfall einiger Parkplätze ins Spiel gebracht. Für Sie ein Thema?

Meijers Aktuell nicht, obgleich man sagen muss, dass es rund um die Kö reichlich Parkhäuser gibt. Im südlichen Teil am Interconti und bei Tinos Bar könnte ich aber sehr wohl damit leben, wenn einige Parkplätze zugunsten von Außenterrassen wegfielen.

(ujr)