Graffiti in Unterführung: "Wir verschenken mehr"

Graffiti in Unterführung: "Wir verschenken mehr"

"Freiräume für Bewegung", der Zusammenschluss von Künstlern, der sich beim Versuch, der Stadt ein Gemälde in der Unterführung Ellerstraße zu schenken, eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung einhandelte, hat Unterstützung aus dem Stadtrat.

Clara Deilmann, Ratsfrau der Grünen und selbst dabei, als am Samstagmittag die Polizei die Künstler darauf aufmerksam machte, dass sie ihr "Geschenk" gar nicht auf städtisches, sondern auf Eigentum der Deutschen Bahn sprühten, findet den Vorwurf übertrieben: "Es geht doch darum, dass diese Unterführung ein Un-Ort ist, der furchtbar aussieht. Da kommt es doch auf die Eigentumsverhältnisse gar nicht an."

Außerdem habe die Stadt bereits mehrfach mit der Bahn verhandelt, "und dabei ist nichts heraus gekommen — wir wollten die Unterführung doch bloß verschönern", sagte Deilmann. Schon am Mittwoch kommender Woche werde sich das Bündnis wieder im Zakk treffen, um sich weitere Aktionen auszudenken. "Wir werden noch viel mehr Geschenke machen", versprach Deilmann. Neue Graffiti-Aktionen werde es dabei vorerst allerdings nicht geben, sicherte die Grünen-Ratsfrau zu.

Beim offenen Treffen werde die Gruppe auch über ihre Internetseite noch einmal sprechen müssen. Der fehlt das für deutsche Internet-Auftritte vorgeschriebene Impressum — und die Domain ist auf den Namen der 1947 verstorbenen Düsseldorfer Galeristin Johanna "Mutter" Ey registriert worden.

Von der Aktion in der Oberbilker Unterführung, bei der am Samstag Passanten mit Kaffee, Kuchen und Live-Musik unterhalten wurden, ist bloß ein Kreideschriftzug geblieben. Unter einem Plakat, auf dem ein Baumarkt für das neue B8 Center in Flingern wirbt, hat jemand seinen Unmut über das Center mit einem englischen Kraftausdruck kundgetan und dazu geschrieben: "Kiefernstraße bleibt".

(RP)