Düsseldorf Wie soll das Turek-Denkmal aussehen?

Düsseldorf · Zwei Entwürfe sind in der Auswahl, in Kürze werden Modelle gefertigt. Das Standbild soll aus Bronze gefertigt werden. Enthüllt werden soll es am 4. Juli 2014, dem 60. Jahrestag des "Wunders von Bern".

Entwurf 1: Toni Turek liegt auf dem Boden, hat den Ball gehalten.

Entwurf 1: Toni Turek liegt auf dem Boden, hat den Ball gehalten.

Foto: H.-J. Bauer

Düsseldorf bekommt ein Denkmal für Toni Turek. das steht für Björn Borgerding und Georg Schumacher fest. Letzterer ist Unternehmenssprecher der Rheinbahn, wo Turek sein Berufsleben nach der Sportlerzeit verbrachte.

"Es steht auch schon fest, wann das Denkmal enthüllt wird: am 4. Juli 2014, dem 60. Jahrestag des Endspiels in Bern, als Deutschland mit 3-2 gegen Ungarn gewann und Weltmeister wurde." Als Standort ist die Arena Favorit, weil dort die Fortuna spielt. Entschieden ist aber noch nichts, Oberbürgermeister Dirk Elbers hat allerdings wohlwollende Unterstützung signalisiert und begrüßt das Bürgerengagement.

Wie ein gelungenes Heimspiel mit vielen Toren wirkt die Geschichte, an deren Ende die Turek-Ehrung stehen soll. Denn, während sich die Stadt mit ihren Versuchen in den letzten Jahren, eine Ehrung für den Sportler hinzubekommen, blamierte, greift jetzt ein Rädchen ins andere.

Es ist gerade vier Monate her, dass aus dem Kreis der Fortuna-Fans der Vorstoß kam, den legendären Fortuna-Torwart und "Helden von Bern" zu ehren. Mittlerweile gibt es künstlerische Entwürfe sowie eine Gießerei und einen Bronzelieferanten, die das Projekt unbedingt verwirklichen wollen.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Borgerding, denn der 31-Jährige ist nicht nur beim "Supporters Club Düsseldorf" (SCD) aktiv, dem Dachverband der Fortuna-Fans, sondern auch Tischbaas der Tafelrunde, in der sich die jungen Heimatfreunde der Jonges organisiert haben. Jonges-Baas Gerd Welchering signalisierte Zustimmung, rasch fiel der Entschluss, die Idee mit 1000 Euro zu unterstützen und auch die Patenschaft für Pflege und Erhalt des Denkmals zu übernehmen.

Schumacher und die Rheinbahn-Geschäftsführung komplettieren das Turek-Team. Schon vor neun Jahren, als das "Wunder von Bern" seinen 50. Jahrestag hatte, feierte das Nahverkehrsunternehmen seinen Weltmeister. Filmregisseur Sönke Wortmann rückte mit seiner Filmmannschaft an, es gab ein Turek-Turnier, zu dem auch Weltmeister Horst Eckel, der Wortmann fachlich beraten hatte, kam; zudem fand ein Straßenbahn-Korso in der Innenstadt statt.

Jetzt gab Schumacher die Vorlage zum weiteren Gelingen. Er ist mit dem Iren John McCormack befreundet, der als Assistent des ehemaligen Akademie-Rektors und Bildhauers Tony Cragg bestens in der Kunstszene vernetzt ist. Dieser stellte Kontakte her: zu einem Künstler, der Entwürfe für das Denkmal fertigte, und zu Kunstgießer Rolf Kayser, der an der Bremer Straße im Hafen seinen Betrieb hat. Der Mann und seine Mannschaft sind Fortuna-Fans, der Silo für den Formsand beispielsweise ist rot-weiß gestaltet und mit dem F95-Logo versehen. Nicht anders verhält es sich mit Kaysers Bronzelieferanten: Beide wollen, dass es mit dem Turek-Denkmal klappt — und haben bei der Preisgestaltung eine kreative Gestaltung angekündigt.

Alle Zeichen stehen also auf Gelingen. Die Macher bitten jetzt die RP-Leser, mitzudiskutieren: Wie soll Turek auf dem Denkmal aussehen? Favorit der Planer selbst ist der Entwurf mit Fußball-Tor, das ebenso wie Turek in Originalgröße gegossen werden soll.

Rund 10 000 Euro sind bereits zusammengekommen, auf der Internetplattform "Crowdrange" kann weiter gespendet werden. Sammelaktionen stehen auch bei der Fahrt zum nächsten Auswärtsspiel an, ebenso beim nächsten Heimspiel in der Arena. Benötigt werden insgesamt 20 000 Euro.

Sagen Sie uns Ihre Meinung und machen Sie mit bei der Abstimmung.

(RP)
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