Eltern-Kolumne: Wie erziehe ich mein Kind?

Eltern-Kolumne : Wie erziehe ich mein Kind?

Kinder brauchen eine klare Struktur und Konsequenzen, emotionale Wärme sowie die Förderung von Autonomie – findet unser Autor.

Auf der einen Seite gibt es die stark autoritäre Erziehung, bei der Eltern sehr viel Wert auf die Einhaltung gesellschaftlicher Normen legen. Während des Spielens auf dem Anna-Spielplatz in Düsseldorf hört man von einigen Polo-Shirt-Trägerinnen oder -Trägern häufig: „Halt, stopp, pass auf, geh dort nicht hin, jetzt hast du dich schon wieder dreckig gemacht.“ Auf der anderen Seite regen sich diese konservativen Elternteile sehr schnell über andere Kinder auf. Sie bemängeln deren aufmüpfiges, freches Verhalten, die schmutzigen Klamotten, kurzum deren Auswüchse antiautoritärer Erziehung. Auf Spielplätzen und in den Köpfen der Eltern und Erzieherinnen treffen dort Ideologien und Welten aufeinander. Aber was ist denn jetzt die richtige oder die vermeintlich beste Erziehungsmethode?

Innerhalb der letzten 40 Jahre gab es sehr konsistente erziehungspsychologische Forschungsbefunde, welche ein autoritatives Erziehungsverhalten favorisieren. Es zeichnet sich durch konsequente und flexible Kontrolle, gepaart mit emotionaler Wärme und der Förderung von Autonomie aus. Dies stärkt die kognitive und soziale Kompetenz und führt in der Entwicklung des Kindes zu einem selbstbewussten Umgang mit Problemen. Laut einer Studie von Steinberg, Darling & Fletcher steigert sich durch diesen Erziehungsstil auch das Selbstwertgefühl der Kinder; er ist auch von Bedeutung für die Herausbildung einer hohen moralischen und prosozialen Haltung und bietet den Nährboden für beste Schulleistungen.

Es liegt also bei den Eltern, diesen Balance-Akt aus elterlicher Wärme, Verhaltenskontrolle, in der klare Regeln und Strukturen gesetzt und überwacht werden, und einer Förderung zur Eigenständigkeit tagtäglich zu leben. Hierbei finde ich es wichtig, dass Eltern sich über gemeinsame Werte und Ziele im Klaren sind und an einem Strang ziehen.

Zur Autonomieförderung macht Malen nach Zahlen am Anfang sehr viel Spaß, da die Eltern den Lernerfolg erkennen und am Ende auch das Kind ein greifbares Ergebnis sieht. Jedoch ist es für das spätere Leben noch viel wichtiger, dass das Kind selbst bestimmen kann, ob es jetzt einen Baum mit Wasserfarben oder ein Auto mit Bleistift und Lineal zeichnet. Bei all der Theorie ist und bleibt eine gute Erziehung der eigenen Kinder eine ganz hohe Kunst. Bei uns zu Hause in Derendorf sind die drei tragenden Säulen unserer Erziehung christliche Werte, elterliche Wärme, und wir versuchen unserem Kind durch eine möglichst klare Struktur und Konsequenz unseres Verhaltens ein Vorbild zu sein.

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