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Wie Ergo die Mitarbeiter fürs Rad begeistert

Düsseldorfer Versicherung : Wie Ergo die Mitarbeiter fürs Rad begeistert

Die Versicherung, einer der größten Arbeitgeber der Stadt, fördert Alternativen zum Auto.

(hen) Mit 4500 Mitarbeitern auf dem weitläufigen Firmengelände zwischen Fischerstraße und Cecilienallee ist die Versicherung Ergo einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Allein mehr als 1600 Tiefgaragenstellplätze stehen für die Angestellten zur Verfügung, dazu kommen weitere angemietete Stellplätze. Doch mit diesem übermäßigen Autoaufkommen will das Versicherungsunternehmen Schluss machen. Mit Leasingangeboten für Räder, dem sogenannten Jobrad, unterstützt Ergo seine Mitarbeiter beim Kauf auf eines Rades. „Seit der Einführung im vergangenen Jahr haben sechs Prozent unserer Mitarbeiter am Standort Düsseldorf das Angebot angenommen“, sagt Jonas Weinknecht von Ergo. Im Schnitt haben die Mitarbeiter fast 2800 Euro für ihr neues Jobrad ausgegeben. „Dieser hohe Anschaffungspreis kommt zustande, weil 75 Prozent der Räder E-Bikes sind“, sagt Weinknecht, der selbst ein herkömmliches Rad geleast hat. Für den Arbeitnehmer soll sich die Anschaffung rechnen, da die Leasingraten vom Bruttogehalt abgezogen werden. Nach Ende der dreijährigen Vertragslaufzeit kann der Leasingnehmer entscheiden, ob er das Rad auslöst oder er zurückgibt. „So entsteht eine Ersparnis von bis zu 30 Prozent“, sagt Weinknecht. Dazu kämen natürlich noch die Vorteile für Gesundheit und Umwelt.

Um den steigenden Bedarf an Stellplätzen für die Räder zu decken, will die Versicherung mehr Radplätze schaffen. „Derzeit gibt es bei uns auf dem Firmengelände 288 Stellplätze, wir planen, das Volumen zu verdoppeln“, sagt Helmut Wilk, Leiter des Facility Managements. Wilk ist selbst überzeugter Radfahrer, denn nichts sei gesünder als das Radeln. „Ich fahre täglich etwa 30 Kilometer, das macht nach der Arbeit schön den Kopf frei“, sagt Wilk.

Daher setzt er sich seit Jahren für eine Verbesserung der Infrastruktur bei Ergo ein. So wurden Duschen und Umkleidekabinen für Radfahrer und eine Radgarage geschaffen. Neben dem Zuckerbrot gibt es aber auch die Peitsche. So richtet sich die Vergabe der mehr als 1600 Autostellplätzen nun nach einem von Wilk entwickelten Punktesystem. „Wer näher als fünf Kilometer vom Arbeitsplatz wohnt, hat fast keine Chance auf einen Stellplatz“, sagt Wilk. Weitere Punkte gibt es dann für die Nähe zu einer ÖPNV-Haltestelle und natürlich die Entfernung zum Arbeitsplatz. „Seit der Einführung des Jobrad-Modells haben schon 30 Mitarbeiter ihre Pkw-Stellplätze zurückgegeben, weil sie nur noch mit dem Rad kommen“, sagt Wilk stolz.