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Wie die Hötter Jonges in Düsseldorf-Eller Karneval planen

Karneval in Düsseldorf : Karnevalisten müssen flexibel bleiben

Das Vereinsleben kleinerer Stadtteil-Gesellschaften wie bei den Hötter Jonges war durch Corona anderthalb Jahre quasi lahmgelegt. Jetzt wird wieder konkret geplant, Veranstaltungen werden fest terminiert, es herrscht Optimismus.

Natürlich waren die vergangenen Monate mit Lockdown und ausgefallenen Veranstaltungen nicht einfach für eine vergleichsweise kleine Karnevals-Gesellschaft wie die Hötter Jonges. „Aber wir haben immer den Kontakt gehalten, das haben die Mitglieder honoriert“, sagt Heinz Frantzmann. Positive Konsequenz: Der Vorstand konnte zuletzt nicht unerheblich verjüngt werden, neben den beiden alten Haudegen Frantzmann (Öffentlichkeitsarbeit) und dem Vorsitzenden Michael Baumgarten gehören die Neuen alle der Generation 30+ an.

Und: „Wir haben immer so geplant, dass wir sofort hätten loslegen können, wenn wir denn gedurft hätten“, sagt Baumgarten. Diese zweigleisige Vorgehensweise hat sich ausgezahlt – auch, weil nahezu alle Künstler mitgespielt haben. „Wir haben, als klar war, dass im Februar 2020 nichts gehen würde, die Verträge einfach alle ein Jahr weiter geschoben. Und fast alle haben Verständnis gezeigt“, erzählt der Vorsitzende. Das Angebot – Hälfte der Gage in 2020, die andere in 2021 – hat keiner angenommen, „so hielt sich auch unser finanzieller Verlust im Rahmen“.

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Natürlich wollen die ausgewählten Künstler von Karnevalsveranstaltungen in der engeren Auswahl für die Zukunft bleiben, „aber es ist auch so, dass ich diese Aufgabe jetzt seit 15 Jahren mache, man kennt und schätzt sich, da spielt Geld eine untergeordnete Rolle“, sagt Baumgarten. Die Realitäten sind ja nun mal wie sie sind. Und Frantzmann ergänzt: „Viele gehen noch einem ,richtigen’ Beruf nach, die sind dann nicht so hart gefallen.“ Oder sie kehren in einen solchen zurück, weiß er von einem Zauberer, der früher Rettungssanitäter war und während Corona seinen alten Job wieder aufnahm.

Ungeachtet dessen ist es für einen Verein wie den Hötter Jonges angesichts sich stets ändernder Schutzverordnungen, schwer, zu planen, denn Veranstaltungen werden teilweise zwei oder gar drei Jahre im voraus festgezurrt. „Und so hatten wir auch während der Corona-Monate stets zwei Szenarien vor Augen“, erklärt Baumgarten. Dementsprechend wurden im vergangenen Monat bereits die Verträge für 2023 unterschrieben. Allerdings hat der Vorsitzende dann doch lieber noch die Klausel eingebaut, dass alles vorbehaltlich möglicher neuer Regelungen seitens des Gesetzgebers gilt.

Die erste große Veranstaltung der Hötter Jonges findet bereits am 30. Oktober statt: die Verleihung des Ritter-Gumbert-Ordens. Manes Meckenstock wird in den Gemeindesaal der Schlosskirche Eller kommen, Bürgermeister Hinkel ebenso und Bezirksbürgermeisterin von Dahlen. Und natürlich der 41. Preisträger: Ralf Hansen. „Er hat sich diese Auszeichnung redlich verdient“, sagt Frantzmann. „Als Motor der Werbegemeinschaft mit den vielen Stadtteilfesten in Eller ebenso wie für sein Engagement für Jugend und Senioren.“ Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung, also mit Platzzuweisung, 3G beim Eintritt, Masken in den Gängen. 120 Personen passen rein, rund 20 Karten gibt es noch.

Kann also nichts mehr passieren, oder? „Die aktuelle Corona-Schutzverordnung endet am 29. Oktober. Aber ich gehe mal nicht davon aus, dass wir noch eine Überraschung erleben“, sagt Baumgarten.