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Tödlicher Unfall in Flingern: Wetter verleitet zum Rasen

Tödlicher Unfall in Flingern : Wetter verleitet zum Rasen

Laut Polizei verleitet Sommerwetter zum Rasen. Das wurde nun einem 21-jährigen Kradfahrer zum Verhängnis. Der junge Mann soll in Flingern mit Tempo 100 unterwegs gewesen sein – ein Pkw-Fahrer konnte daher nicht rechtzeitig reagieren. Der Zusammenstoß endete für beide tödlich.

Laut Polizei verleitet Sommerwetter zum Rasen. Das wurde nun einem 21-jährigen Kradfahrer zum Verhängnis. Der junge Mann soll in Flingern mit Tempo 100 unterwegs gewesen sein — ein Pkw-Fahrer konnte daher nicht rechtzeitig reagieren. Der Zusammenstoß endete für beide tödlich.

Die Ursache des Motorradunfalls, bei dem am Freitagabend zwei Männer ums Leben kamen, ist nach Angaben der Polizei jetzt klar. Mehrere Zeugen bestätigten unabhängig voneinander, dass der 21-jährige Kradfahrer mit viel zu hohem Tempo auf dem Hellweg in Flingern unterwegs war. Schätzungen zufolge lag seine Geschwindigkeit bei rund 100 Kilometern pro Stunde — vorgeschrieben sind dort jedoch die innerorts üblichen 50.

Laut Polizei war der junge Mann gegen 19.05 Uhr mit seiner Yamaha in Richtung Dreherstraße unterwegs gewesen, als ein 73-Jähriger aus der Junkerstraße nach links in den Hellweg abbiegen wollte. Nach bisherigem Ermittlungsstand wurde dem Motorradfahrer durch den Pkw-Fahrer zwar die Vorfahrt genommen. Aber durch das hohe Tempo der Yamaha war es dem älteren Mann wohl nicht möglich, den Kradfahrer wahrzunehmen und schnell genug zu reagieren.

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Trotz einer Vollbremsung gelang es dem 21-Jährigen nicht mehr, rechtzeitig zu stoppen, er prallte gegen die Fahrertür des Opels. Durch die Wucht des Zusammenstoßes erlitten beide Männer schwerste Verletzungen, so dass sie noch an der Unfallstelle verstarben.

Die Rettungskräfte waren mit Hubschrauber, zwei Notärzten und einem Notfallseelsorger vor Ort. Laut Feuerwehr kümmerte sich der Seelsorger um die Eltern des verunglückten Motorrad-Fahrers, die im Umfeld wohnen sollen und deshalb schnell zugegen waren. Auch bei Angehörigen und Freunden beider Verstorbener ist der Schrecken groß. Viele stellten zum Ausdruck ihrer Trauer Kerzen am Hellweg auf und legten Blumen nieder. Durch die hohe Betroffenheit war die Polizei auch am Wochenende vor Ort in unterstützender Weise tätig.

Dass gerade bei Unfällen mit dem Motorrad das Risiko schwerer Verletzungen groß sei, darauf verweist Polizeisprecher Andre Hartwich. "Kommt im innerstädtischen Bereich mit hohem Verkehrsaufkommen noch ein zu schnelles Tempo dazu, kann die Situation verheerend werden. Welche Kräfte bei solch einem Aufprall freigesetzt werden können, haben wir ja gesehen." So sei der 73-jährige Pkw-Fahrer regelrecht durch die Wucht des Aufpralls erschlagen worden. Der Opel und die Yamaha wurden völlig zerstört. Durch eine Untersuchung beider Fahrzeuge will die Polizei jetzt feststellen, wie hoch die Geschwindigkeit des Kradfahrers tatsächlich war.

Unter Verkehrsexperten gilt die Region um den Hellweg zwar als gefährlich, weil sie Verkehrsteilnehmer durch die vierspurig ausgebaute Straße oft zu schnellem Fahren verleite. "Trotzdem bildet sie bislang keinen Unfallschwerpunkt", erklärt Andreas Hartnigk, stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Doch wegen der Schwere des aktuellen Falls mit gleich zwei Toten soll der Hellweg nun Thema in der Unfallkommission werden. "Es handelt sich zudem um ein Wohngebiet. Verkehrskontrollen könnten die Folge sein", so auch Martin Volkenrath, Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Generell, so betont Polizeisprecher Hartwich, zähle Düsseldorf aber nicht zu den Unfall-Hochburgen für Motorradfahrer. "Und Unfälle mit tödlichem Ausgang sind selten." (Info). Dennoch hält er fest: "Gerade bei schönem Sommerwetter gibt es vermehrt Raser — vor allem unter Kradfahrern." Umso mehr seien alle Verkehrsteilnehmer in ihrer Verantwortung gefordert."

(RP)