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Mindestens 25 Millionen Euro: WestLB: Sparkasse trägt die Last

Mindestens 25 Millionen Euro : WestLB: Sparkasse trägt die Last

Die Last aus der Rettung der WestLB werden vor allem die Sparkassen tragen müssen. Aus Verbandskreisen gibt es erste Schätzungen, dass die Stadtsparkasse Düsseldorf mindestens 25 Millionen Euro stemmen muss. Hinzu kommen Millionen-Rückstellungen für die nächsten 23 Jahre.

Wie es mit der WestLB weitergeht beschäftigt nicht nur die Menschen in der Friedrichstadt, die — sofern sie dort Geschäfte haben — von der Bank abhängig sind. Die Stadtsparkasse Düsseldorf, als eine der größten Sparkassen Deutschlands, ist indirekt Miteigentümer der strauchelnden Landesbank und wird mit zahlen müssen. Offen ist lediglich, mit welchem Betrag.

Um sich auf den neuesten Stand zu bringen, hat es gestern Abend um 18 Uhr ein Gespräch zwischen Sparkassen-Chef Peter Fröhlich, Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers und Michael Breuer, dem Vorsitzenden des Rheinischen Sparkassen- und Giro-Verbandes (RSGV) gegeben. Die drei trafen sich in den Räumen des RSGV an der Kirchfeldstraße. Pikanterweise liegt das Gebäude des RSGV unmittelbar gegenüber einem Gebäude-Komplex der WestLB — den Gegenstand des Gesprächs hatte das Trio also die ganze Zeit über direkt vor Augen.

Wie ist die Stadtsparkasse Düsseldorf an der WestLB beteiligt?

Eigentümer der nordrhein-westfälischen Landesbank sind zur Hälfte das Land NRW und die beiden Sparkassenverbände für das Rheinland und Westfalen. Der für Düsseldorf zuständige Rheinische Sparkassen- und Giroverband hält demnach ein Viertel der WestLB. Der Anteil der Stadtsparkasse daran liegt bei rund acht Prozent. Also ist die Sparkasse indirekt mit zwei Prozent an der WestLB beteiligt.

Welche Lasten kommen demnach auf die Stadtsparkasse zu?

Der Anteil, den das Düsseldorfer Institut stemmen müsste, wenn der der gestern andeutende Kompromiss tatsächlich gelingt, beträgt Verbandskreisen zufolge circa 25 Millionen Euro.

Wie wird die Sparkasse diese Last schultern?

Grundsätzlicher Eigentümer der Sparkasse, genannt Gewährträger, ist die Stadt Düsseldorf. Sie könnte der Sparkasse durch eine Kapitalerhöhung zuhilfe kommen. Diese Lösung gilt aber als unwahrscheinlich. Die Stadtsparkasse muss also die voraussichtlich 25 Millionen aus dem laufenden Geschäft stemmen. Finanzkreisen zufolge ist die Summe aber vergleichsweise niedrig. Skeptiker hatten weit Schlimmeres befürchtet.

Wieviel Geld musste die Sparkasse schon in die Bad Bank der WestLB stecken?

In der Ersten Allgemeinen Abwicklungsbank (EAA) wurden riskante Wertpapiere aus dem Portfolio der WestLB ausgelagert. Der Anteil, den die Düsseldorfer Sparkasse für diese Bad Bank aufbringen muss, beträgt 171 Millionen Euro. Die Sparkasse kann diesen Betrag über 25 Jahre verteilt ansparen. Die Raten liegen pro Jahr bei rund sechs Millionen Euro. Die Zahlungen für 2009 und 2010 wurden bereits geleistet, hieß es in Kreisen der Stadtsparkasse.

Gab es schon vorher Zahlungen der Sparkasse für die WestLB?

Indirekt ja. Im März 2008 wurde zur Abschirmung risikobehafteter Anlagen der Landesbank der Rettungsschirm Phoenix aufgespannt. Die Stadtsparkasse Düsseldorf war daran mit rund 30 Millionen Euro beteiligt. Allerdings ist dabei kein Geld geflossen. Es handelt sich lediglich um eine Ausfallbürgschaft oder Garantie.

Drohen noch weitere Lasten für die Sparkasse?

Ja. Zurzeit hat die Bad Bank EAA noch ein Eigenkapital von 1,6 Milliarden Euro. Sollte das aufgezehrt sein, werden von den Sparkassen indirekt über ihre Verbände stufenweise weitere Garantien und Nachzahlungen für Erhöhung des Eigenkapitals fällig. Wie hoch diese ausfallen können, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Summen könnten die gestern beschlossenen aber bei weitem übersteigen.

Ist ein Happy End möglich?

Auch ja — und zwar dann, wenn sich die Anlagen in der EAA weiterhin gut entwickeln.

(RP)