"Die Besten im Westen": Westernhagens Düsseldorf

"Die Besten im Westen" : Westernhagens Düsseldorf

In der Landeshauptstadt ist der Rockstar geboren und aufgewachsen. Zum 60. Geburtstag von Marius Müller-Westernhagen gratuliert der WDR mit einem Porträt in der Reihe "Die Besten im Westen", das an Schauplätze seiner Jugend führt und Freunde erzählen lässt.

Die einstigen Rocker der Düsseldorfer Band "Harakiri Whoom" haben es im Leben zu etwas gebracht: Bassist Patty Verreet steht heute als Herzchirurg im OP, Roadie Joachim Hunold führt mit Air Berlin die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Nur Marius Müller-Westernhagen ist dem Rockgeschäft treu geblieben und hat es bis an die Spitze geschafft. Zum 60. Geburtstag des Sängers hat ihn der WDR in der Reihe "Die Besten im Westen" porträtiert und dabei die Düsseldorfer Wurzeln des Künstlers beleuchtet.

Geboren am 6. Dezember 1948 als Sohn eines Gründgens-Schauspielers und einer Regierungsbeamtin, wächst er in einer Wohnung an der Heesenstraße in Heerdt auf. Sein früheres Jugendzimmer, heute neu bewohnt, zeigt sich im Film als bunt-durchwühltes Spieldorado.

Damals musste die Mutter immer anklopfen, wollte sie bei Marius nach dem Rechten schauen. "Ich werde meine Gründe gehabt haben", sagt der Rocker und lächelt in die Kamera. Die Beatles faszinierten ihn, ließen vergessen, dass der Vater früh gestorben war und die starke Mutter allein das Leben lenkte.

Müller-Westernhagen schloss sich einer Schülerband an, gründete später "Harakiri Whoom". Aus dem Gitarristen wurde ein Sänger, der bei Schulfesten und Wochenend-Gigs den Rock 'n' Roll zelebrierte. "Das hatte gar nichts mit Geld zu tun", sagt Müller-Westernhagen, "heute hat alles mit Geld zu tun."

Da steht er im Keller des Hauses, in dem Joachim Hunolds Eltern eine Parfümerie führten. Hier lagerten die Instrumente. "Für uns war das aufregend", sagt Air-Berlin-Chef Hunold, "wir haben uns aufs Wochenende gefreut, wir wollten spielen." Und Müller-Westernhagen pflichtet aus kellertiefen Erinnerungen bei: "Ja, spielen und dieses Excitement haben."

Excitement, ja, Anspannung, Erregung, Aufregung: Bis Westernhagen in den Neunzigern diese Gefühle vor tausenden Fans in Stadien erleben konnte, war es ein langer Weg mit hochgelobten Platten und anderen, etlichen Filmrollen, ein paar Frauen.

Ein Weg, der 1973 raus aus Düsseldorf führte, ab nach Hamburg. Mit einem Köfferchen und 3000 Mark zog der charmante Jüngling vom Rhein an die Elbe, erzählt sein Jugendfreund Gerd Giltjes. Der erinnert sich auch, dass sein Kumpel Marius im Auto öfter von der Polizei angehalten wurde, als er mit 18 Jahren gerade den Führerschein hatte — weil er aussah wie 12 oder 13.

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(RP)