Wespen-Plage 2018 nicht vorbei - Kammerjäger berichtet

Kammerjäger aus Düsseldorf : „In 26 Jahren Berufserfahrung habe ich noch nie so viele Wespennester erlebt“

Auf der Terrasse, beim Bäcker und in der Küche - Wespen waren in den vergangenen Wochen überall. Das bestätigt auch der Düsseldorfer Kammerjäger Dirk Kemmerling - und sagt, noch sei die Plage nicht vorbei.

Auf wie vielen Einsätzen wegen Wespennestern waren Sie in den letzten Wochen?

Kemmerling 2018 hatten wir achtmal so viele Einsätze wegen Wespen, wie 2017. .

Können Sie sich das erklären?

Kemmerling Wir hatten einen sehr milden Winter fast vollständig ohne Frost. Der Frühling war ebenfalls sehr mild, dadurch konnten sie sich wohl extrem vermehren. Das Telefon stand jedenfalls überhaupt nicht mehr still. Und diese Phase hält immer noch an. In 26 Jahren Berufserfahrung habe ich noch nie so viele Wespennester erlebt wie dieses Jahr.

Dirk Kemmerling ist Kammerjäger in Düsseldorf. Foto: Dirk kemmerling

Was machen Sie, wenn Sie einen Anruf wegen eines Wespennests bekommen?

Kemmerling Wir fahren hin und sehen uns die Situation an. Meistens kann man die Wespen allerdings nur töten. Die Nester stecken in Klinkerwänden oder in Lüftungsschlitzen. Man kommt also nicht an sie heran, um sie umzusiedeln.

Kann man etwas falsch machen, wenn man ein Wespennest an seinem Haus entdeckt?

Kemmerling Neulich hatte ich einen Kunden, der hat seine Fassade aufgebohrt und versucht, das Wespennest mit jeder Menge Bauschaum zu verschließen. Das ist zum einen gefährlich, zum anderen ist das Nest dann immer noch da. Ich kann nur empfehlen, die Nester in Ruhe zu lassen und einen Experten anzurufen. Wenn die Wespen allerdings unter dem Dach sitzen, sollte man sie sogar einfach hängen lassen. Was viele nicht wissen ist, dass die Nester einjährig sind. Die Wespen verschwinden also im Winter und besetzen im nächsten Jahr nicht wieder das gleiche Nest. Man muss also nicht jedes Nest wegmachen.

Aber die Tiere sind unangenehm.

Kemmerling Das stimmt. Sie stören beim Essen oder in der Küche. Aber es ist auch einfach Natur. Das Wichtigste ist, die Nester zu entdecken. Wenn man weiß, dass da ein Wespennest in einem Erdloch steckt oder unter dem Dach hängt, dann kann man dem aus dem Weg gehen und abwarten, bis es verschwindet. Aggressiv werden die Tiere dann, wenn man beispielsweise mit dem Rasenmäher über das Nest fährt, weil man nicht weiß, dass dort eines in der Erde steckt.

Mehr von RP ONLINE