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Werbeagentur Grey klettert zurück in die Gewinnzone

Düsseldorf : Werbeagentur Grey klettert zurück in die Gewinnzone

Der Umsatz stieg erstmals seit Jahren um fünf Prozent. Die Restrukturierung scheint zu wirken. Wie tief die traditionsreiche Düsseldorfer Werbeagentur Grey in den vergangenen Jahren in der Krise steckte, wollte ihr neuer Chef Dickjan Poppema am Dienstag eindrucksvoll mit dem Ort der jährlichen Pressekonferenz zeigen.

Er führte die Journalisten in das zweite Untergeschoss der Tiefgarage der Agentur. Tief im Erdreich unter dem Platz der Ideen waren Tische und Sofas für die Reporter aufgebaut. "Mit der Konferenz im untersten Stock von Grey will ich Ihnen zeigen, wo die Firma stand als ich vor einem knappen Jahr das Ruder übernommen habe. Viele tiefer geht es nicht", sagte Dickjan Poppema. Solch deutliche Worte hat man noch nie bei der Jahres-Konferenz der Düsseldorfer Agentur gehört. Und Poppema, der vor elf Monaten den Chefsessel vom langjährigen Grey-Geschäftsführer Uli Veigel übernommen hatte, wurde noch konkreter. "Die Moral der Mannschaft war miserabel", sagt Poppema und belegt das mit Zahlen.

Nur 38 Prozent der Mitarbeiter hätten bei einer anonymen Umfrage im Jahr 2011 mit Ja auf die Frage geantwortet, dass sie sich bei Grey wohlfühlten. Nur 39 Prozent hätten damals angegeben, dass sie im Folgejahr noch bei Grey arbeiten wollten. Erstmals gab Poppema auch einen kleinen Einblick in die besorgniserregenden Zahlen der Werbeagentur vor einem Jahr. So seien die Umsätze seit 2007 rückläufig gewesen. In den Jahren 2011 und 2012 habe man keinen Gewinn gemacht. Konkrete Zahlen dürfe man nicht nennen. Doch so deutlich hat man bei Grey selten über die schlechte Lage gesprochen.

Glaubt man den Schilderungen des neuen Chefs, dann ist Grey nach elf Monaten seiner Tätigkeiten aber auf einem guten Weg zurück in die Profitabilität. "Der Honorarumsatz ist im Jahr 2013 um fünf Prozent gestiegen", sagte Poppema. Außerdem sei Grey dieses Jahr wieder profitabel. Der Gewinn liege auf dem Niveau von 2007. Trotz einigen Entlassungen Anfang des Jahres sei der Mitarbeiterbestand heute leicht größer als 2012. "Wir haben in der Verwaltung Stellen gestrichen und im Vertrieb dafür neue geschaffen", so der Grey-Chef.

Für Betroffenheit in der Agentur sorgte die Tatsache, dass im bald endenden Geschäftsjahr weder der begehrte Preis Effie gewonnen wurde, noch ein neuer Auftrag eines Großkunden errungen werden konnte. Seat wurde als Kunde verloren. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Erfolgen. So wurden 24 Neukunden gewonnen, darunter Allianz international, der Pharmahersteller Boehringer Ingelheim, C&A, Gillette, HSBC und die Mercedes-Benz-Niederlassung Rhein-Ruhr. Die wichtigen Kunden Deichmann und die E-Plus-Marke Ay Yildiz konnten erfolgreich verteidigt werden. Am Heimatstandort wurde das Logo des Flughafens Düsseldorf neu gestaltet und der Name unter der Begleitung durch Grey von "Düsseldorf International" in "Airport Düsseldorf" geändert.
Der Mitarbeiterkultur haben die neuen Aufträge und offenbar auch die neue Führung einen Schub gegeben. So ergab eine erneute Mitarbeiterbefragung, dass heute 63 Prozent der Beschäftigten mit der Arbeitsatmosphäre zufrieden seien, neun von zehn Mitarbeitern gaben an, auch in einem Jahr noch bei Grey arbeiten zu wollen.

Dickjan Poppema hat für 2014 und die Folgejahre große Pläne: "Wir wollen die beste Agentur für strategische Markenführung sein", sagt er selbstbewusst. Außerdem solle das Digitalgeschäft gestärkt werden. 2014 müsse es gelingen, wieder neue Großkunden für Grey zu gewinnen.

(tb)