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Fehler noch nicht behoben: Weiter Computer-Chaos bei der Rheinbahn

Fehler noch nicht behoben : Weiter Computer-Chaos bei der Rheinbahn

Bis zum Wochenende wird es noch dauern, bis die Rechner der betroffenen Straßenbahnen wieder korrekt arbeiten. Techniker glauben inzwischen, dass der Datumswechsel von 2009 auf 2010 die Panne ausgelöst hat. Bahn-Hersteller Siemens ist nicht verantwortlich zu machen.

Die Rheinbahn hat die Computer-Panne in einer Reihe ihrer Bahnen noch nicht im Griff. Seit dem Jahreswechsel spielen die Anzeigetafeln vorne in den Triebwagen verrückt, zeigen die falschen Ziele und Zwischenstationen.

Welche Züge sind betroffen?

Es handelt sich durchweg um die Fahrzeuge der Typen NF 6, 8 und 10 ­- die so genannten Silberpfeile. (NF steht für Niederflur).

Sind alle Bahnen dieses Typs betroffen?

Nein, nur rund ein Drittel. Das sind etwa 100 Stück.

Wieso tritt der Fehler nicht bei allen auf?

Man weiß es nicht, sagt Rheinbahn-Sprecher Eckard Lander. Die Techniker seien auf der Suche nach den Ursachen.

Wie ist der Fehler überhaupt entstanden?

Die Rheinbahn-Experten sind zwar nicht sicher, aber man vermutet, dass der Datumsübergang vom 31. 12. 2009 auf den 1. 1. 2010 für die Software nicht nachvollziehbar war. Ganz sicher ist man aber noch nicht, dass es daran gelegen hat. Es hatte auch in anderen Firmen Befürchtungen gegeben, es könne mit diesem Datumswechsel Probleme geben. Aber außer bei der Rheinbahn waren keine bekannt geworden.

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Wie lange dauern die Reparaturen?

Nach ersten Schätzungen noch bis zum Wochenende. Eine ganze Reihe von Technikern sind noch in Urlaub, hieß es bei der Rheinbahn. Aber man arbeite mit Hochdruck daran.

Was kostet das alles?

Derzeit möchte dazu keiner was sagen, man rechnet noch. Am Ende werden eine Menge Arbeitsstunden angefallen sein.

Ist die Panne dem Hersteller Siemens anzulasten, prüft man sogar Regress-Ansprüche? Mit Siemens hatte es in den letzten Jahren mehrfach Qualitätsprobleme gegeben.

Dieses Mal trägt Siemens keine Verantwortung. Die Rheinbahn ist sicher, dass das Problem hausgemacht ist. Externe Techniker oder Lieferanten hätten damit nichts zu tun, hieß es gestern.

Waren auch Busse betroffen?

Nein. Obwohl sie mit der gleichen Software fahren, entstand das Problem nicht bei Bussen.

Hat es durch die Panne in den Rechnern Verzögerungen gegeben?

Angeblich nicht, derzeit laufe der Betrieb ansonsten normal, hieß es am Montag.

Wann werden die defekten Fahrzeuge repariert?

Möglichst nachts, wenn sie nicht im Einsatz sind. Da das aber nicht immer geht, also die modernen Züge ausfallen, hat man sich um Ersatz bemüht und reaktiviert derzeit die alten gelben Rheinbahn-Züge, die man aus den 70er und 80er Jahren kennt.

Hat die Rheinbahn davon ausreichend Wagen?

Ja. Man hatte jedenfalls keine Problem, von verschiedenen Betriebshöfen die "alten Hündchen” zu holen und auf die Straße zu schicken. Rund 50 solcher Züge sind jetzt wieder unterwegs.

Wie werden die Fahrgäste informiert?

Die Fahrer haben ausgedruckte Zettel hinter die Frontscheiben geklebt, das wird man wohl auch weiter machen müssen. Aber man will ab heute dafür sorgen, dass die falschen und daher irritierenden Anzeigen in der Front der Züge zumindest abgeklebt und mit dem deutlichen Hinweis versehen werden, dass diese Hinweise nicht gelten.

Bekommen die Fahrgäste weitere Informationen?

Die Rheinbahn nutzt derzeit alle nur möglichen Medien, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Unterwegs informieren die Fahrer per Durchsage.

(RP)