Wehrhahn-Prozess in Düsseldorf: Neuer Zeuge berichtet von Geständnis

Wehrhahn-Prozess in Düsseldorf : Neuer Zeuge berichtet von Geständnis in U-Haft

Im Prozess um den Wehrhahn-Anschlag in Düsseldorf gibt es eine neue Wendung: Bei den Behörden hat sich ein neuer Zeuge gemeldet. Er war Mithäftling des Angeklagten und behauptet, dieser habe ihm die Tat gestanden.

Der neue Zeuge meldete sich nach der Freilassung des Angeklagten vor rund drei Wochen. Eine Gerichtssprecherin sagte am Dienstag, der Mann habe angegeben, der mutmaßliche Bombenleger Ralf S. habe ihm in der Untersuchungshaft von der Tat erzählt. Der neue Zeuge soll am kommenden Freitag im Gerichtssaal vernommen werden.

Das Landgericht hatte den S. nach mehr als einem Jahr Untersuchungshaft vor knapp drei Wochen auf freien Fuß gesetzt, weil kein dringender Tatverdacht mehr bestehe. Der Prozess geht aber weiter. Bereits vor mehreren Jahren hatte sich ein Mithäftling aus dem Gefängnis in Castrop-Rauxel gemeldet und berichtet, der Verdächtige habe ihm die Tat gestanden. Er hatte die Ermittlungen damit nach jahrelangem Stillstand erneut ins Rollen gebracht. Ebendieser Zeuge sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, er wolle auf die ausgelobte Belohnung für den entscheidenden Hinweis in Höhe von mehr als 60.000 Euro verzichten. "Wenn das Geld irgendjemandem zusteht, dann den Opfern“, sagte er.

Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa, viele von ihnen jüdischen Glaubens. Die Staatsanwaltschaft hatte den 51-Jährigen wegen zwölffachen Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat.

(lsa/dpa)
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