Wehrhahn-Prozess in Düsseldorf: Ehemalige Rechtsradikale sagen als Zeugen aus

Prozess um Bombenanschlag in Düsseldorf : Ex-Rechtsradikale als Zeugen in Wehrhahn-Prozess

Frühere Weggefährten des Angeklagten im Wehrhahn-Prozess bescheinigen ihm eine rechte Gesinnung. Details zum Anschlag können oder wollen sie allerdings nicht nennen.

Im sogenannten Wehrhahn-Prozess in Düsseldorf haben mehrere ehemalige Rechtsradikale und Skinheads als Zeugen behauptet, wenig über den Bombenanschlag aus dem Jahr 2000 zu wissen. Einer der Männer sagte am Montag vor dem Düsseldorfer Landgericht aus, er wisse nicht, warum der Angeklagte ihn damals zwei Stunden nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft angerufen habe.

Ein anderer Zeuge erklärte, der Angeklagte habe ihn aufgefordert, bei einem möglichen Polizeiverhör nichts zu sagen. Dabei sei es jedoch um Treffen von Rechtsradikalen in einem Düsseldorfer Wald gegangen und nicht um den Anschlag. Dass der Angeklagte das Telefon in seiner Wohnung auf ihn angemeldet hatte, wollte der Mann nicht mehr wissen.

Besser erinnerte sich der damalige Vermieter an den Angeklagten, der ihm sämtliche Miete schuldig geblieben sei. Außerdem habe er aus seiner Fremdenfeindlichkeit kein Geheimnis gemacht: Er sei in Tarnkleidung herumgelaufen und habe seinem Hund das Kommando „Asylant“ beigebracht.

Vor dem Anschlag habe er damit geprahlt, eine Spreng- und Bombenausbildung bei der Bundeswehr durchlaufen zu haben, sagte der 45-jährige Rechtsanwalt. Nach dem Anschlag habe er behauptet, die Polizei habe im Verhör nichts aus ihm herausbekommen, weil er so ein „knallharter Hund“ sei. Einmal habe ihn sein Mieter im Treppenhaus auch bedroht.

Bei dem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa, viele von ihnen jüdischen Glaubens.

(mba/dpa/lnw)