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Bauprojekte in Düsseldorf: Wehrhahn-Linie: Verkehrsclub wittert Trickserei

Bauprojekte in Düsseldorf : Wehrhahn-Linie: Verkehrsclub wittert Trickserei

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert eine Änderung in der Planung des Liniennetzes nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie. Die Straßenbahn-Linien 706 und 715 sollen nach Ansicht des Vereins auch nach Fertigstellung der U-Bahn-Verbindung in die Altstadt fahren.

Dies soll die Fahrtzeit von Passagieren aus Pempelfort, Oberbilk und Derendorf verkürzen. Sie müssen nach jetzigem Stand bald umsteigen. "Die Variante mit einem Erhalt der Straßenbahnen wurde bei der Planung absichtlich schlechtgerechnet", meint Jost Schmiedel vom VCD. Der Verein schätzt die Kosten auf zehn Millionen Euro. Die Straßenbahn-Strecke könne wie bisher verlaufen oder verlegt werden über Maximilian-Weyhe- und Heinrich-Heine-Allee.

Der Verkehrsclub wirft der Stadt vor, bei der Planung der U-Bahn-Linie mit Tricks gearbeitet zu haben, damit die Kosten-Nutzen-Rechnung zu Gunsten der Wehrhahn-Linie ausfiel. Damals sei behauptet worden, es sei ohnehin vorgesehen, die Straßenbahn-Linien 706 und 715 nicht mehr durch die Altstadt zu führen. "Jeder wusste, dass das nicht stimmt", meint Schmiedel. Auf diese Weise sei nicht in die Rechnung eingeflossen, dass sich die Fahrt in die Altstadt für viele Fahrgäste verlängert. Das habe die neue Linie besser dastehen lassen. Der Verkehrsclub sieht die Wehrhahn-Linie kritisch. Er vertritt die Ansicht, die Stadt investiere viel Geld für wenig Nutzen.

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Der VCD fühlt sich in seiner Position bestätigt durch die weitere Erhöhung der Baukosten, die heute Thema im Stadtrat sein wird. In der Standardisierten Bewertung wurden 2004 Investitionskosten von weniger als 400 Millionen Euro veranschlagt. Als der Rat das Projekt 2007 genehmigte, ging man von 650 Millionen aus, nach neuen Schätzungen sind es 780 Millionen Euro.

(ila/ahem/ila/top)