Wegen Facebook-Post: Stadt Düsseldorf zeigt Obdachlosenhelfer an

Wegen Facebook-Post: Stadt erstattet Strafanzeige gegen Fiftyfifty

Der Zoff zwischen Ordnungsamt und Fiftyfifty eskaliert: Nachdem die Obdachlosenhilfsorganisation die Namen und Fotos zweier OSDler veröffentlichte und behauptete, die beiden schikanierten Obdachlose, hat das Rathaus Strafanzeige erstattet.

Weil auf der Facebookseite der Obdachlosenhilfsorganisation Fiftyfifty am Dienstagabend Porträtfotos samt Namen zweier OSD-Mitarbeiter unter der Überschrift „Das Unrecht hat einen Namen“ veröffentlicht wurden, hat die Stadt die Hilfsorganisation anzeigt. Der Vorwurf: Verletzung der Persönlichkeitsrechte der beiden Mitarbeiter.

Fiftyfifty nahm die Fotos am Mittwochmittag aus dem Netz und  tauschte sie durch Karnevalskarikaturen aus. Den beiden Mitarbeitern des Ordnungs- und Servicedienstes wurde aber weiter bei voller Namensnennung vorgeworfen, Obdachlose zu schikanieren.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sagte unserer Redaktion: „Ich schätze diese Organisation normalerweise sehr, aber Mitarbeiter der Stadt an den Pranger zu stellen, das sind Methoden, die mit einer zivilisierten Streitkultur nichts zu tun haben.“

Mit den beiden städtischen Mitarbeitern war insbesondere der Fiftyfifty-Sozialarbeiter Oliver Ongaro aneinandergeraten. Weil er eine OSD-Mitarbeiterin unter anderem geschubst und verletzt haben soll, muss er sich am 11. März vor dem Amtsgericht wegen Beleidigung und Körperverletzung verantworten. Dagegen hatte es mehrfach öffentliche Protestaktionen aus dem Umfeld von Fiftyfifty gegeben, zuletzt am vergangenen Donnerstag. Auch da waren bereits die beiden OSD-Mitarbeiter namentlich genannt und der Schikane bezichtigt worden. Auch der diffamierende Facebook-Post steht nach Ansicht von Szenekennern in direktem Zusammenhang mit dem laufenden Strafverfahren gegen den Sozialarbeiter.

(lai/sg)
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