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Düsseldorfer Rheinbahn: Waschtag für Düsseldorfs Bahnen

Düsseldorfer Rheinbahn : Waschtag für Düsseldorfs Bahnen

Insgesamt 175 Straßenbahnen fahren täglich im Betriebshof Lierenfeld der Rheinbahn ein. Nachts werden sie gewartet und gesäubert – von innen und von außen. Dazu fahren die Bahnen auch durch die betriebseigene Waschanlage.

Insgesamt 175 Straßenbahnen fahren täglich im Betriebshof Lierenfeld der Rheinbahn ein. Nachts werden sie gewartet und gesäubert — von innen und von außen. Dazu fahren die Bahnen auch durch die betriebseigene Waschanlage.

 In der Waschanlage wird die gesamte Bahn in wenigen Minuten mit mehreren Bürsten gereinigt.
In der Waschanlage wird die gesamte Bahn in wenigen Minuten mit mehreren Bürsten gereinigt. Foto: Bretz, Andreas

Altpapier, Essensreste und Erbrochenes — es gibt fast nichts, das Uwe Burchardt und seine Kollegen von der Abteilung "Technische Angelegenheiten" bei der Rheinbahn noch nicht gesehen haben, wenn Düsseldorfs Straßenbahnen nach ihrer täglichen Tour im Betriebshof in Lierenfeld einfahren. "Ich habe schon wirklich alles gesehen und da waren Dinge bei, die ich nicht mal erzählen kann — Erbrochenes war da das Harmloseste", sagt Burchardt.

 100 Liter Wasser werden pro Waschgang genutzt. Anschließend wird es wieder aufbereitet.
100 Liter Wasser werden pro Waschgang genutzt. Anschließend wird es wieder aufbereitet. Foto: Bretz, Andreas

Jeden Abend fahren insgesamt 175 Straßenbahnen aus dem gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet im Betriebshof ein. Die ganze Nacht über werden sie dann gewartet und professionell gesäubert — von innen und von außen: "Wenn die Straßenbahnen hier einfahren, kommen sie auf ein Wartungsgleis.

Dort werden sie von unseren Technikern geprüft, die zum Beispiel den Bremssand nachfüllen, und ein Reinigungs-Team putzt die Bahnen von innen", erklärt Zülfikar Kabak, Abteilungsleiter in der Betriebswerkstatt der Rheinbahn. Doch dabei müssen Techniker und Reinigungs-Team vor allem eins sein: schnell. Denn jede Straßenbahn darf nur maximal sechs Minuten auf dem Wartungsgleis stehenbleiben. "Wir würden es sonst gar nicht schaffen, alle Straßenbahnen in einer Nacht zu kontrollieren", sagt Kabak. Deshalb beschränkt sich das Reinigungs-Team in diesen Minuten auf das Nötigste, wischt einmal durch die Bahn durch, reinigt bestimmte Fenster wie zum Beispiel die Frontscheibe und sammelt Liegengebliebenes auf.

Anschließend werden die Bahnen fast jeden Tag durch die betriebseigene Waschstraße gefahren — eine Hightech-Anlage nach modernsten Standards, die die Rheinbahn vor gut eineinhalb Jahren für 300 000 Euro angeschafft hat. "Das Beste an dieser Anlage ist, dass sie komplett umweltschonend ist. Denn das gesamte Wasser, das wir zur Reinigung benutzen, wird unter der Anlage wieder aufbereitet", sagt Uwe Burchardt. Insgesamt werden für einen Waschgang 100 Liter Wasser benötigt. Die Außenreinigung der Straßenbahnen (und auch aller Rheinbahn-Busse) erfolgt somit komplett maschinell. Rund fünf Millionen Euro gibt die Rheinbahn jedes Jahr für Sauberkeit aus.

Manchmal gibt es jedoch auch Bahnen, die das Reinigungs-Team nicht mal eben in fünf Minuten säubern kann, weil sie dafür viel zu stark verschmutzt sind. "Die kommen dann auf ein anderes Gleis und werden tagsüber gereinigt", sagt Burchardt. Besonders verdreckt sind die Straßenbahnen meist am Wochenende, wenn viele Betrunkene mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. "Allerdings sind das Einzelfälle", betont Rheinbahn-Sprecher Oliver Schmidt. Denn dadurch, dass warme Speisen und Alkohol in den Bahnen ohnehin verboten seien und an vielen Haltestellen abends Sicherheitspersonal eingesetzt werde, würden viele Verschmutzungen vermieden.

Alle drei Monate wird zudem jede Straßenbahn von innen gründlich gereinigt. "Das dauert pro Bahn etwa einen halben Tag", sagt Uwe Burchardt. Ein zweiköpfiges Team putzt dann jede einzelne Nische in der Straßenbahn, säubert Fenster, Polster und Lampen.

(lai)