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Düsseldorf: Was machen denn die Pferde da?

Düsseldorf : Was machen denn die Pferde da?

Uwe Beckers porträtiert Düsseldorf: Ein Jahr lang will er für jeden Tag ein Foto erstellen. Seit Mai streift er durch die 50 Stadtteile. Seine Bilder zeigen Bekanntes, Schönes und Hässliches, doch vor allem: Seltsames.

Es ist nicht einfach, einen besonderen Blick auf die Stadt zu bekommen, in der man lebt. Irgendwann sieht man das Besondere nicht mehr, wenn man täglich daran vorbei läuft. Uwe Beckers setzt mit seinem Projekt ein Zeichen dagegen. Und ermöglicht so einen neuen Blick.

Der Urlaub ist für ein Jahr gestrichen - freiwillig. Freie Abende? Gibt es nicht. Denn in seinem Kalender steht täglich nach der Arbeit ein Fototermin - mal im Hofgarten, mal in Unterbilk, mal in Oberkassel, kreuz und quer über alle 50 Stadtteile verteilt. "Mit meinem Projekt habe ich mir schon was angetan", sagt Uwe Beckers lachend. Denn schließlich war es ja seine eigene Idee, zwölf Monate lang an 365 Tagen auf Fotosafari durch Düsseldorf zu gehen - und das bei jedem Wetter. Am 31. Mai 2014 war der Startschuss für Beckers eigenwilliges Vorhaben, seine Heimatstadt jeden Tag aufs Neue zu entdecken. Sei Ziel war und ist es, ein markantes und sehenswertes Objekt in Düsseldorf aus einem nicht ganz alltäglichen Blickwinkel zu fotografieren.

"Zwei Drittel der Fotos sind bereits im Kasten oder besser auf dem Chip", sagt der 52-Jährige, der schon als Ironman der Fotografie bezeichnet wurde. Eine Auswahl der Landschafts- und Architekturaufnahmen, Detailfotos und Schnappschüsse sind derzeit unter dem Motto "Kunst vor Ort" in der Stadtteilbücherei Bilk ausgestellt. Wie ist er denn überhaupt auf die Idee gekommen? "Ich war begeistert von den Aufnahmen eines Fotofreundes, der seine Stadt in Szene gesetzt hat", erzählt Beckers. Das hat ihn inspiriert und motiviert Düsseldorf von bekannten Seiten, aber auch aus ungewöhnlichen, neuen Blickwinkeln zu zeigen.

Und jedes Foto trägt einen Titel wie zum Beispiel "Angriff der Platanen". Die Szene zeigt den Rheinturm, wie er vermeintlich von den Platanen gefressen. Eine andere Aufnahme trägt den Titel "Gestürzt". Zu sehen ist ein entwurzelter Baum. Natürlich wird jedes Foto am Computer nachbearbeitet, Farbkontraste und Schärfen werden verändert. "Ich bezeichne mich auch eher als Bildermacher", sagt der 52-Jährige.

Die Fotografie ist seit jeher sein leidenschaftliches Hobby. In einem Fotokurs an der Schule hat er die ersten Grundlagen des Fotografierens gelernt und auch das Entwickeln und Vergrößern von Fotos. Im Laufe der Jahre spezialisierte sich Beckers, der mit seiner Lebensgefährtin und den beiden Hunden in Garath in der Nähe des Naturschutzgebietes wohnt, auf die Architektur- und Landschaftsfotografie. Dafür ist er tagsüber und auch nachts unterwegs. Dabei kann es schon mal Stunden dauern, bis das eine Foto auf den Chip gebannt ist. So war er beispielsweise mit Fotofreunden früh morgens im Winter in der Urdenbacher Kämpe unterwegs. Das Ziel war es, die urtypische Landschaft im Sonnenaufgang und im Morgennebel zu fotografieren und in Szene zu setzen. Zwei der so entstandenen Fotos sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Im Hauptberuf ist Uwe Beckers, ist Technischer Redakteur in einem mittelständischen Unternehmen in Korschenbroich, das Sonderfahrzeuge für Polizei und Feuerwehr ausstattet.

(RP)