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Was im Stadtbezirk 1 in 2019 wichtig wird

Ausblick : Rochusmarkt wird 2019 endlich umgestaltet

Verkehr wird das dominierende Thema im angelaufenen Jahr sein. Außerdem werden schon lange geplante Projekte umgesetzt.

Was wird 2019 wichtig im Stadtbezirk 1, was sind die dominierenden Themen, was muss endlich angepackt werden? Die Bewertung der Politiker in der Bezirksvertretung 1 ähnelt sich in der Schwerpunktsetzung, divergiert jedoch bei den Nuancen. 

Verkehr Klar, den Verkehr hat natürlich jeder Stadtteilpolitiker auf dem Zettel. Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD) hofft sehr, dass sowohl die Protected Bike Lane auf der Klever Straße als auch die Umweltspur an der Kaiserstraße, „die dann endlich den Radverkehr vom Bürgersteig auf die Fahrbahn führt“, kommen. Und stößt mit diesem Wunsch bei ihrer Kooperationspartnerin Annette Klinke (Grüne) mit Blick auf den Pendelverkehr natürlich offene Türen ein: „Wir können den Status quo nicht erhalten, wir müssen die Mobilität unabhängig vom Autoverkehr fördern – durch attraktiven öffentlichen Personennahverkehr und Verkehrswege, die die Bürger animieren, auf ihren Wegen durch die Stadt auf andere Verkehrsmittel als das eigene Auto zu setzen.“ Dazu gehöre auch, dass das Radhauptnetz zügiger umgesetzt werde und ausreichend Rad­abstellplätze geschaffen würden.

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André Simon (CDU) betrachtet die Debatte hingegen kritisch: „Wir dürfen nicht weiter zulassen und politisch auch nicht unnötig befeuern, dass es eine so tiefe Spaltung zwischen guten Radfahrern und bösen Autofahrern gibt. Natürlich müssten auch Radfahrer sicher von A nach B gelangen, „aber leider sind die derzeitigen Planungen der Verwaltung einseitig pro Rad und berücksichtigen nicht den Status quo, mit 300.000 Einpendlern“. Für den Linken Peter Klein gehört beim Verkehr auch das Verhindern von Zweite-Reihe-Parken hinzu, etwa auf der Duisburger Straße, „wo alle 20 Meter ein Fahrzeug unberechtigt parkt“.

 Mitreden: Zur Zukunft des Kriegerdenkmals auf dem Reeser Platz gab es im Vorjahr einen Workshop.
Mitreden: Zur Zukunft des Kriegerdenkmals auf dem Reeser Platz gab es im Vorjahr einen Workshop. Foto: Endermann, Andreas (end)

Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang die Sicherheit von Kindern im Verkehr von Belang. Der Schulweg an der Collenbachstraße werde im Februar verbessert, erinnert Spillner, ein Piktogramm auf der Marc-Chagall-Straße soll vor dem Spielplatz den Überweg sicherer machen. Was Klinke noch anmahnt: „Die Grünphasen mancher Fußgängerüberwege sind viel zu kurz, um die Straße in Ruhe queren zu können.“

Bürgerbeteiligung Die Bürger an Entscheidungen zu beteiligen, das hat im Stadtbezirk 1 zuletzt gut geklappt und soll weiter ausgebaut werden. Die geplante Aufwertung von Blücherplatz (etwa Rosen in Fortuna-Farben) und dem Plätzchen an der Gneisenaustraße gehen auf Bürgeranträge zurück, „hiermit ist direkte Demokratie möglich“, freut sich Spillner, die im Rahmen von Kindersprechstunde und Kinder-Stadtteilcheck erfährt, was Minderjährige im Stadtbezirk wollen – zum Beispiel eine Seilbahn  für den Frankenplatz. Auch die Stadtteilkonferenzen, so Klinke, würden der Politikverdrossenheit der Bürger entgegenwirken, ebenso die Werkstatttage zur Zukunft des Kriegerdenkmals auf dem Reeser Platz, was besonders Peter Klein erfreut hat. Zum Thema Plätze hat Marina Spillner noch eine erfreuliche Nachricht:  „Der Gemüsehändler auf dem Rochusmarkt wird aus Altersgründen Ende Januar seinen Stand aufgeben. Damit wird es möglich, unseren Beschluss umzusetzen: neue Asphaltierung und Gestaltung als Treffpunkt fürs Viertel.“

Wohnen 130 Studenten-Apartments an der Rather Straße, bezahlbare Wohnungen auf dem Gelände der Ulmer Höh’ und an der Worringer Straße – beim Thema Wohnen tut sich einiges im Stadtbezirk 1. Wie Sebastian Rehne (FDP) betont, könnte das alte Fachhochschul-Gelände in Golzheim, das gegenwärtig dem Land gehört, als Standort für neue Wohnungen eine große Chance für den Stadtbezirk sein. André Simon warnt: „Innen- vor Außenverdichtung lautet das Credo. Das bedeutet, dass der Innenstadtbereich immer mehr Verdichtung erfahren wird. Die Infrastruktur wächst aber nicht analog.“

Und sonst? Der Liberale Rehne ist gespannt darauf, welche konkreten Ergebnisse zum Thema Gaslaternen durch die Verwaltung präsentiert werden, auch die Sauberkeit liegt ihm am Herzen. Marina Spillner lenkt den Fokus zudem auf die Ergebnisse einer von der Bezirksvertretung in Auftrag gegebenen Untersuchung der Fachhochschule zur Bewertung der Lebensqualität  der Bewohner der Altstadt. Und: Die stadtweit erste Toilettenbroschüre ist zur Zeit im Druck, in der alle öffentlichen Toiletten im Stadtbezirk sowie die netten Toiletten aufgeführt sind. Nicht zuletzt werde das Thema Erinnerungskultur 2019 ein große Rolle spielen, betonen Spillner und Klinke unisono: Eine Gedenktafel am S-Bahnhof Wehrhahn erinnert an das Bombenattentat 2000. Eine  Stele wird auf der Mühlenstraße an die Geschichte des ehemaligen Landgerichts erinnern. Worauf sich Annette Klinke ansonsten freut: „Auf die Umsetzung des Stadtstrandes, der eine ganz neue Lebensqualität in unserem Bezirk bringen wird.“