Aktionstag : Was fürs Herz

Beim großen Herz-Aktionstag am Samstag können Düsseldorfer jeden Alters Wiederbelebung lernen. Wer mitmacht, kann mit dem entsprechenden Zertifikat kostenlos Riesenrad fahren.

Erst vor wenigen Wochen hat Ernst Vester wieder so einen Fall erlebt, in dem jede Minute zählte. Ein 64-jähriger Banker, so berichtet es der Chefarzt der Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus, brach am Arbeitsplatz zusammen. „Erstmal brach ein Tumult aus, viele wussten nicht, was zu tun war“, so Vester. Bis auf die Sekretärin des Mannes: Die alarmierte die Rettungskräfte, öffnete das Hemd des Zusammengebrochenen, ließ einen Kollegen den automatisierten externen Defibrillator (auch für Laien leicht bedienbar) holen und brachte das Gerät zum Einsatz. Wenig später wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht und dort versorgt. „Nach neun Tagen konnte er beschwerdefrei entlassen werden“, sagt Vester: „Aber so etwas geht nur, wenn bei Kammerflimmern schnell geholfen wird. Nur so lassen sich schwerwiegendere Folgen vermeiden.“

Aktionstag Die Wiederbelebung steht im Zentrum des großen Herz-Aktionstages, der am Samstag, 27. Oktober, von 10 bis 16 Uhr in der Rheinterrasse (Joseph-Beuys-Ufer 33) stattfindet. Das Düsseldorfer Kompetenznetzwerk Herz hat ihn zusammen mit der Deutschen Herzstiftung organisiert.

Idee „Es geht uns darum, die Überlebenschancen bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand zu erhöhen“, sagt der Initiator des Aktionstages, Rolf Michael Klein, Chefarzt der Kardiologie am Augusta-Krankenhaus. „Der Ersthelfer spielt dabei eine entscheidende Rolle.“ Infostände, Vorträge und ein großes Herzmodell soll es geben, und Freiwillige, die den Besuchern Fragen beantworten und ihnen erklären, was sie wissen wollen. „Jeder soll die Möglichkeit bekommen, wirklich geschult zu werden“, sagt Klein. In einem Notfall könne jeder Ersthelfer, auch ein Laie, schnell zum Lebensretter werden, betont Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke: „Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Düsseldorfer das Angebot annehmen.“

Zielgruppe „Unsere Mission betrifft wirklich alle“, sagt Klein. Zumal beispielsweise Jugendliche oft besser in der Lage seien, zuzupacken und auch mit elektronischen Geräten (wie einem Laien-Defibrillator) umzugehen. Deshalb sind Einladungen auch an 350 Sportvereine und 80 Schulen gegangen, die Stadt hat allen Mitarbeitern mit der letzten Gehaltsabrechnung eine Einladung geschickt. 2000 Besucher sind das Wunschziel der Veranstalter.

Programm Ab 10.15 Uhr gibt es Impulsvorträge zu Wiederbelebung und dem Umgang mit einem Laien-Defibrillator. Um 12 Uhr findet eine Talkrunde statt. Ein riesiges Herz- und Gefäßmodell gibt Einblicke, und man kann sich einen Herz-Ultraschall erstellen lassen. Vor allem werden Trainings angeboten, bei denen man die Herzdruckmassage an Übungspuppen lernt – und wie ein Defibrillator ordnungsgemäß angelegt wird. Der Clou: Wer am Ersthelfertraining teilnimmt, bekommt ein Zertifikat, für das es eine kostenlose Fahrt mit dem Riesenrad von Oscar Bruch auf dem Burgplatz gibt.

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