Was E-Scooter-Fahrer in Düsseldorf im Urlaub machen

Düsseldorfer Verkehrskolumne : Was E-Scooter-Fahrer im Urlaub machen

Der Anbieter Voi hat einen Düsseldorf-Reiseführer für E-Scooter-Fahrer veröffentlicht. Was können wir daraus über die Rollerfahrer lernen?

Die Firma Voi verleiht E-Scooter in Düsseldorf. Wer angesichts der Fülle der Anbieter nicht mehr mitkommt: Das sind die rot-schwarzen. Nun hat sie etwas ganz Besonderes vorgestellt: den ersten Stadtführer durch Düsseldorf eigens für E-Scooter-Nutzer, und zwar sowohl heimische als auch auswärtige. Auf Basis von anonymisierten Bewegungsdaten hat die Firma der eigenen Pressemitteilung zufolge herausgefunden, welche „Geheimtipps und versteckte Highlights“ es zu entdecken gibt. Diese Auswertung, so folgert Voi ganz unbescheiden, „gibt jetzt erste Einblicke, wie sich Mobilität in Deutschland entwickelt“.

Das Ergebnis lässt sich kostenlos im Internet anschauen – und wirft die Frage auf, warum das Unternehmen (angeblich) einen solchen Aufwand betrieben hat. Die Empfehlung für Touristen ist ein Trip auf eine Einkaufsstraße namens Königsallee. Als besonders „Voi-freundliches“ Gebiet wird die Strecke zwischen Altstadtpromenade und Medienhafen empfohlen. Diese Route scheint in der Tat die beliebteste Strecke mit den Elektrorollern zu sein, wie von Anbietern zu erfahren ist – und sich täglich in der Stadt beobachten lässt.

Für Einheimische empfiehlt Voi einen Besuch in Flingern mit anschließendem Rundgang durchs Viertel. „Lasse dich von dem alternativen Stadtteil Düsseldorfs überraschen“, heißt es in dem Reiseführer. Als Geheimtipp wird der Paradies­strand genannt – der allerdings blöderweise außerhalb des Geschäftsgebiets von Voi liegt. Wer ihn erreichen will, muss den Roller am Rheinturm stehenlassen und über die Brücke laufen.

Für diese alles andere als geheimen Tipps hätte ein ­kurzes Gespräch mit einem beliebigen Einheimischen gereicht. Was sagt uns dieser Reiseführer über die Zukunft der Mobilität? Vermutlich dies: E-Scooter-Fahrer machen auch keine originelleren Urlaube als Menschen, die mit so altmodischen Fortbewegungsarten wie Auto, Straßenbahn, Bus oder Füßen unterwegs sind. Arne Lieb