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Was Düsseldorfer über Patientenverfügungen für den Corona-Fall wissen sollten

Risikopatienten sollten Behandlungswünsche dokumentieren : Patientenverfügungen für Corona-Notfall anpassen

Gerade in der Corona-Pandemie machen sich viele Menschen über Themen wie intensivmedizinische Behandlung und künstliche Beatmung Gedanken. Seine Wünsche niederzuschreiben, ist ratsam. Auch der „Düsseldorfer Notfallausweis“ kann helfen.

Immer wieder müssen an den Düsseldorfer Krankenhäusern Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Das sorgt bei vielen Düsseldorfern für Fragen und auch Verunsicherung, ob sie noch eine Patientenverfügung aufsetzen sollten oder wie sie gegebenenfalls eine bereits bestehende für den Corona-Fall verändern sollten. Der Malteser Hilfsdienst reagiert darauf und hat das Musterformular seiner Patientenverfügung nun erweitert. „In der Corona-Pandemie stellen sich für viele Menschen zusätzliche Fragen, wie ihre medizinische Behandlung erfolgen soll. Die Themen ,Verlegung in ein Krankenhaus’, ,intensivmedizinische Behandlung’, ,künstliche Beatmung’ und ,wiederbelebende Maßnahmen’ rücken mit der Corona-Pandemie noch näher an jeden Einzelnen von uns heran“, sagt Karin Gollan, Fachbereichsleiterin Ethik. Mit der Ergänzung wolle der Hilfsdienst „den Patienten und Angehörigen als auch den behandelnden Ärzten Sicherheit geben.“ Alle Formulare können unter www.malteser.de/patientenverfügung kostenlos heruntergeladen werden.

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass zusätzlich zur Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht und/oder eine Betreuungsverfügung sinnvoll sein könnte. Da besonders bei älteren Menschen die Krankheit einen sehr schweren und gar auch tödlichen Verlauf annehmen kann, sollten Betroffene Maßnahmen wie Beatmung und künstliche Ernährung für den Fall einer Covid-19-Erkrankung speziell regeln und diese Krankheit als Anwendungssituation in ihrer Verfügung aufnehmen. Der übliche Passus „Wenn ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess befinde“ beziehungsweise „Wenn ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist“ sei im Corona-Fall nur bedingt anwendbar. In der Patientenverfügung könne man dann festlegen, dass man eine Beatmung und künstliche Ernährung in jedem Falle wünscht oder eben, dass man keine intensivmedizinische Behandlung, besonders in Form einer künstlichen Beatmung, will.

Sinnvoll kann auch der sogenannte „Düsseldorfer Notfallausweis“ sein, mit dem die Stadt Düsseldorf auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Palliative Versorgung und der Uniklinik Düsseldorf bereits vor einigen Jahren ein handliches Dokument zur Unterstützung der klassischen Patientenverfügung einführte. Der gelbe Ausweis kann gut sichtbar auf dem Nachttisch oder im Portemonnaie mitgeführt werden und ist für Rettungskräfte oder Angehörige im Notfall schnell einsichtig – anders als eine Patientenverfügung, die häufig erst gesucht werden muss und in einer Notfallsituation oft nicht beachtet wird. Darin kann dann auch angegeben werden, ob man eine Einweisung auf die Intensivstation oder eine Beatmung wünscht. Das Dokument kann heruntergeladen werden unter www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt13/presseanhang/180509-Notfallausweis-Palliativausweis.pdf.