Warum Chiba zur Partnerstadt von Düsseldorf wird

Düsseldorf geht neue Städtepartnerschaft ein : Warum Chiba zum Partner wird

Düsseldorf und die japanische Region unterzeichnen einen Vertrag über mehr Zusammenarbeit. Das zeigt auch die wirtschaftliche Bedeutung von Japan für Düsseldorf.

Düsseldorf hat eine neue Partnerstadt – und es ist sogar eine ganze Region: Der Stadtrat hat am Donnerstag einstimmig dafür votiert, die Beziehungen mit der japanischen Präfektur Chiba in den Rang einer Städtepartnerschaft zu erhöhen. Die Präfektur (Amtsbezirk) in der Nähe von Tokio hat rund sechs Millionen Einwohner, in der Hauptstadt mit demselben Namen lebt eine Million Menschen. Der Vertrag mit dem Gouverneur der Präfektur, Kensaku Morita, wird am 25. Mai beim Japan-Tag unterzeichnet. Die Details:

Warum wurde die Partnerschaft geschlossen?

Der Vertrag bedeutet nicht den Auftakt für den Austausch mit Chiba, sondern wird von beiden Seiten als Bestätigung für die guten Beziehungen gewertet. Chiba wurde wie auch das französische Toulouse im Rathaus schon vorher nicht nur als Freundschaft, sondern als Partnerschaft gewertet. Der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hatte bei einer Reise im Jahr 2004 den Dialog ins Leben gerufen, im Folgejahr wurde eine erste Erklärung unterzeichnet. Seitdem gibt es gegenseitige Besuche insbesondere von Jugendlichen. Dazu kommt ein Informationsaustausch der Behörden zu diversen Themen von Stadtplanung bis Umweltschutz.

Was wurde nun vereinbart?

Beide Partner wollen den Austausch ausbauen. In der Erklärung heißt es allgemein, dass neue Felder der Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur gefunden werden sollen. Konkret reisen bald etwa eine Jugendauswahl von Borussia Düsseldorf und das junge Symphonieorchester nach Japan. Für März wird eine Schulklasse aus Chiba erwartet.

Welche Bedeutung hat die Beziehung zu Japan für Düsseldorf? Der Anlass für die Städtepartnerschaft ist der ohnehin enge Draht zwischen Japan und Düsseldorf: Die NRW-Landeshauptstadt gilt als Japan-Standort Nummer eins in Kontinentaleuropa. Mitsubishi hatte sich 1955 als erstes japanisches Unternehmen in Düsseldorf angesiedelt, inzwischen sind rund 550 japanische Unternehmen dazugekommen. Rund 7600 Japaner leben in der Stadt und haben eine umfangreiche Infrastruktur aufgebaut, vom Japan-Viertel rund um die Immermannstraße über Kindergärten, Schulen, Tempelanlagen und ein Generalkonsulat. Weil die japanische Popkultur im Trend liegt, ist Düsseldorf auch Austragungsort für Szene-Treffen wie die Anime-, Manga- und Cosplayer-Convention „Dokomi“ geworden. Dazu kommt der Japan-Tag, eine der größten Veranstaltungen in Düsseldorf.

Welche Städtepartnerschaften könnten noch folgen? Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ist ein Befürworter von Städtepartnerschaften und will mehr Bündnisse eingehen. In seiner Amtszeit ist 2016 das italienische Palermo als Partnerstadt dazugekommen, mit dem kanadischen Montréal laufen Gespräche, die in ein festes Bündnis münden könnten. Zugleich sollen die bestehenden Partnerschaften gepflegt werden. Das gilt auch für Chiba: Das Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten im Rathaus wird die Partnerschaft betreuen. Städtepartnerschaftliche Projekte können Zuschüsse beantragen. Infos gibt es unter www.duesseldorf.de/internationales

Mehr von RP ONLINE