Düsseldorfer Hochschulen: Warten auf Studenten-Wohnungen

Düsseldorfer Hochschulen : Warten auf Studenten-Wohnungen

Die Zahl der Studierenden wächst rasant, auf dem Markt für preiswerte Wohnungen geht es aber nur schleppend voran. Doch die Düsseldorfer Baudezernentin sieht kein Problem.

Die Freude über einen Studienplatz in der Landeshauptstadt hält meist nicht lange an: Denn damit beginnt für viele Studienanfänger auch die meist frustrierende und erfolglose Suche nach einer bezahlbaren Wohnung oder einem Platz in einem Wohnheim des Studierendenwerks.

Die Mieten seien für Studierende vielerorts nicht mehr zu bezahlen, kritisiert Philipp Zeitner (24), Studierendenvertreter im AStA der Heinrich-Heine-Uni. Wer keine finanzielle Unterstützung von seinen Eltern erhalte, dem bliebe oft nichts anderes übrig, als jeden Tag für Vorlesungen und Seminare in die Stadt zu pendeln. Denn auch die Chance auf einen preiswerten Platz in einem Wohnheim des Studierendenwerks ist gering: Durchschnittlich kommt nur jeder Zehnte dort unter.

Düsseldorf ist eine der teuersten Uni-Städte

Ein Problem, das viele Studien und Städtevergleiche seit Jahren belegen, doch das sich verschärft. Laut eines Rankings des Deutschen Studierendenwerks gehört Düsseldorf mit einer durchschnittlichen Monatsmiete in Höhe von rund 340 Euro beim Thema Wohnen bereits zu den teuersten Uni-Städten.

Und der Markt wird immer härter umkämpft, denn immer mehr junge Leute entscheiden sich für ein Studium in der Stadt: An der Heine-Universität und der Hochschule Düsseldorf (ehemals Fachhochschule) ist bereits die Rekordmarke von mehr als 33.000 beziehungsweise 10.000 Studierenden überschritten worden. Der Markt für preiswerte Wohnungen wächst aber im Vergleich dazu nur langsam.

Die Baudezernentin findet nicht, dass es ein Problem gibt

"Das Studierendenwerk versucht schon, neue Unterkünfte für Studierende zu schaffen, doch das wird bei weitem nicht reichen. Gefragt ist vor allem die Stadt, die, zum Beispiel, die Mittel für die Städtische Wohnungsgesellschaft massiv aufstocken muss", meint Zeitner, der Geschichte und Germanistik studiert.

Stadtplanungs- und Baudezernentin Cornelia Zuschke sieht das allerdings anders. So werde über das Handlungskonzept Wohnen bei Neubauprojekten bereits sichergestellt, dass 40 Prozent der Wohnungen zu gleichen Teilen öffentlich gefördert oder preisgedämpft sind. "Wohnungen für Studierende werden darin ausdrücklich genannt", sagt Zuschke.

Bei dem geplanten Großbauprojekt am Mörsenbroicher Ei habe es zudem sogar eine Vereinbarung zwischen Stadt, Eigentümer und Studierendenwerk gegeben, dass bis zu 200 der 480 Wohnungen für Studierende geschaffen werden und dass das Studierendenwerk sich um das Belegungsmanagement kümmert: also sicherstellt, dass tatsächlich diese Zielgruppe die günstigen Wohnungen bekommt. Wegen des Eigentümerwechsels verzögert sich allerdings das Projekt. Der Umfang der Wohnungen ist noch unklar.

Eher schleppend geht es auch mit den Plänen des Studierendenwerks für 230 Wohnheimplätze direkt am neuen Campus der Hochschule Düsseldorf voran. Wegen der langwierigen Verzögerungen für den Bau der neuen Hochschule sind die Pläne ins Stocken geraten. Das Studierendenwerk rechnet daher erst gegen Ende 2018 mit der Fertigstellung. Bislang ist nicht einmal das Grundstück im Besitz des Studierendenwerks. Nur langsam geht es auch mit anderen Projekten voran, Wohnraum für Studierende zu schaffen. Welche es gibt und wie der Status ist, erfahren Sie aus der Karte oben.

Politische Änderungen haben bisher wenig gebracht

Ein weiteres Problem: Auf dem freien Wohnungsmarkt werden zwar viele Wohnungen als "Studierendenappartements" entwickelt und beworben, aber in vielen Fällen letztlich gar nicht an diese Zielgruppe vermietet. Das ist auch Zuschke bekannt. Aber es sei nicht Aufgabe der Stadt, nachzuhalten, ob Senioren, Alleinstehende oder eben Studierende mit geringen Einkünften die kleinen, preiswerten Wohnungen erhielten. Zuschke verweist stattdessen auf das Studierendenwerk. Wenn dieses bei der Vermittlung helfen wolle, sei die Stadt bereit, dies in städtebauliche Verträge mit Investoren aufzunehmen.

Erst wenig Bewegung in den Markt mit frei finanzierten Wohnheimen hat die geänderte Stellplatzänderung - Investoren müssen nicht mehr einen Stellplatz je Studierendenappartement nachweisen - gebracht. So will etwa ein Investor nahe der Hochschule Düsseldorf 103 Einzelappartements und acht Wohngemeinschaften sowie 29 Parkplätze schaffen.

Wirtschaftsstudentin Annegret Maier findet, dass Stadt und Studierendenwerk zu wenig für Studierende unternehmen: Sie erhalte den BAföG-Höchstsatz von 735 Euro, als Wohnpauschale seien gerade einmal 250 Euro eingerechnet. "Die Preise im Wohnheim gehen zwar bei 220 Euro los, aber es gibt viel mehr Bewerber als Plätze." Auf dem freien Markt finde man wiederum kaum eine Single-Wohnung für unter 350 oder 400 Euro. Daher müsse sie weiterhin jeden Tag in überfüllten Zügen und Bahnen von Mönchengladbach nach Düsseldorf zu Vorlesungen und Seminaren fahren und am späten Nachmittag wieder zurück. In Düsseldorf seien Studierende eben nicht erwünscht.

(semi)