Altstadt: Waffelbude muss die Bolkerstraße verlassen

Altstadt : Waffelbude muss die Bolkerstraße verlassen

Ein letztes Mal reihten sich am Sonntag hunderte Gäste in die lange Schlange vor der Traditionswaffelbude an der Bolkerstraße ein. Um 20 Uhr schlossen die beiden Verkäuferinnen endgültig die Tür hinter sich zu.

Die Klage der Besitzerin gegen die Kündigung des Mietvertrages war erfolglos geblieben, auch die Initiative "Pro Waffel" unter Leitung von Bettina Schmidt konnte die Schließung des Ladens nicht verhindern, der 1969 eröffnet worden war. Zurzeit ist die Besitzerin der Waffelbude, Olga Sucolova, auf der Suche nach einem neuen Ladenlokal.

Für viele Düsseldorfer ist die Schließung ein herber Rückschlag. Hunderte hatten sich in den vergangenen Monaten für den Erhalt ihres Büdchens eingesetzt — allen voran Bettina Schmidt: Die 42-Jährige hatte im sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe "Pro Waffel" gegründet, hatte zu Sitzstreiks aufgerufen und zu Unterschriftenaktionen. 1022 Mitglieder hat die Facebook-Gruppe zurzeit.

"Es hängen doch so viele Kindheitserinnerungen an der Waffelbude", sagte Schmidt, "als ich noch klein war, gab es eine Zoohandlung direkt neben der Bude. Mit einer Waffel wurde ich darüber hinweggetröstet, dass ich kein Kaninchen aus dem Schaufenster bekam." Eine der Verkäuferinnen, die namentlich nicht genannt werden will, sagte: "Ich bin sehr traurig, die Menschen wollen uns doch hier haben, aber wir müssen trotzdem gehen."

"Die Mischung in der Altstadt stimmt nicht mehr", sagte "Pro Waffel"-Gründerin Bettina Schmidt, "Traditionsgeschäfte wie die Waffelbude sind schützenswert und sollten ihren Platz in der Altstadt behalten dürfen."

Einen bitteren Beigeschmack habe die Ankündigung des Hausbesitzers, dass er selbst Waffeln in dem drei Quadratmeter großen Geschäft verkaufen wolle, sagte Bettina Schmidt: "Dann würde er doch von dem guten Ruf des Waffenladens profitieren, das ist nicht fair."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Düsseldorfer fordern: "Die Waffelbude soll bleiben!"

(RP)
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