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Düsseldorf: Wäscherei muss Fahrradkeller weichen

Düsseldorf : Wäscherei muss Fahrradkeller weichen

Der kleine Betrieb an der Gehrtsstraße schließt nach 80 Jahren Ende Dezember. Die griechischen Betreiber sind verzweifelt. Viele Nachbarn wollen helfen, haben sogar Unterschriften gesammelt, doch die Vermieterin bleibt hart.

Es wird in diesen Tagen oft geweint in der Wäscherei der Familie Paschalidis an der Gehrtsstraße 10a, eine Seitenstraße der Grafenberger Allee quer gegenüber der Metro. Wenn Stammkunden, die zum Teil seit 30 Jahren ihre Kleidung zum Reinigen oder Bügeln in den kleinen Laden bringen, erfahren, dass das Geschäft am Ende des Jahres schließen muss, werden sie schnell mal sentimental. Und dann kann auch Sirmo Paschalidis, Mutter von Inhaber Georgios Paschalidis und gute Seele des Familienbetriebs, nur schwer ihre Tränen zurückhalten.

Seit mindestens 80 Jahren, hat Paschalidis in Erfahrung gebracht, gebe es die Wäscherei mit Heißmangel, zu der man einige Stufen nach unten gehen muss, schon an diesem Standort, jetzt droht das Aus. Oder besser ausgedrückt: Es ist so gut wie sicher. "Die Vermieterin, die auf Mallorca lebt, will hier einen Fahrradkeller einrichten. Sie hatte uns bereits einen Aufschub gewährt, jetzt bleibt sie hart, kommuniziert nur noch über ihren Anwalt mit uns", sagt Paschalidis. Daran kann offenbar auch die breite Unterstützung der anderen Bewohner im Haus sowie der gesamten Nachbarschaft im Viertel nichts ändern. "Wir haben zu Beginn mal kurz Unterschriften gesammelt, hatten binnen weniger Tage 50 zusammen, hätten aber wohl auch tausend bekommen", sagt Paschalidis. Die Familie habe sich bereits nach Alternativen umgeschaut. "Doch entweder ist die Miete zu hoch oder die Auflagen sind es."

Dennoch setzen sich auch die anderen Mitglieder der Hausgemeinschaft nach wie vor dafür ein, dass die 30 Quadratmeter große Wäscherei zumindest so lange an ihrem Standort verbleiben darf, bis ein adäquater Ersatz gefunden ist. "Wir brauchen den Fahrradkeller nicht. Diese Wäscherei ist wie ein Treffpunkt. Man hält ein Schwätzchen, kann seine Post hier abgeben lassen, und der Onkel der Familie sitzt auch gerne noch vor dem Laden und trinkt eine Tasse Tee. Wo hat man denn so was noch?", fragt sich Grit In der Stroth. Georgios Paschalidis bringe Seniorinnen, die nicht mehr laufen könnten, in seiner Pause die Wäsche sogar noch persönlich vorbei. "Und wenn es eilig ist, bügelt meine Mutter ein Hemd auch sofort, und der Kunde kann sich im Laden schnell umziehen", berichtet Paschalidis.

Rechtsanwalt Peter Roos bestätigt, dass seine Mandantin keine Wäscherei mehr in ihrem Haus haben will: "Damit muss sich die Familie leider abfinden." Dass die Paschalidis noch kein neues Objekt gefunden haben, bedauert er, "sollte es jetzt doch noch irgendwie gelingen, würde ich das natürlich begrüßen", sagt Roos.

An vorderster Front der Nachbarschaft kämpft Wolfgang Kießler. "Die Vermieterin hat das Haus vor zwei Jahren übernommen und sofort klargemacht, dass hier ein neuer Wind wehe. Danach haben wir sie nicht mehr gesehen." Auch wenn der Betriebswirt mit der Fachrichtung für Wohnungswirtschaft wusste, dass der Stadt in dieser Angelegenheit die Hände gebunden sind, besorgte er sich einen Termin in der Hoffnung, so womöglich eine neue Immobilie zu finden - ohne Erfolg. Auch an Oberbürgermeister Thomas Geisel schrieb er einen Brief und appellierte an sein Versprechen, die Bürger wieder mehr zusammenzuführen. Er schilderte zudem, dass die inzwischen sanierten Wohnungen in dem Haus nur noch an Mitarbeiter großer Firmen vermietet würden, die am Wochenende nach Hause fahren. Weder auf diesen noch auf einen weiteren Brief habe er eine Antwort erhalten. "Sie sind wohl im Papierkorb gelandet."

(RP)